Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 1-2 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 war. die Kraft der Wahheit; und frage wieder, ist je eine andere Antwort gegeben worden? Der Fortschritt des Christenthums selbst in der Burg desHeidenthums erregte bald die Eifersucht der Herren der Welt. Wir brauchen bei den Grausamkeiten nicht zu verweilen, mit welchen seine Bekenner verfolgt wurden. Menschen wurden in Kleider gehüllt, die mit Pech bestrichen waren und dann als lebendige Fackeln angezündet, um den Festen des Kaisers ein entsetzliches neues Schauspiel hinzuzufügen; andere mit den Häuptern nach unten gekreuzigt; andere den wilden Thieren vorgeworfen. Das Herz erstarrt bei der Erzählung von ihren Leiden und noch mehr über die Wildheit ihrer Peiniger. Aber durch nichts ließen sie sich wehren. Jedes Mittel menschlicher Macht wurde versucht, jeder Plan erprobt; aber weder Gewalt noch Klugheit richteten etwas aus. Der Fluß floß weiter, bis er zu einem Strom ward, und der Strom breitete sich aus, bis er zur Fluth wurde. In dem kurzen Zeiträume von drei Jahrhunderten seit dem Tode Jesu hatten Europa, Asien und Afrika, so weit die Civilisation reichte, ihn als ihren Herrn angenommen und schritten unter seinem Banner einher. Kein Schlag war zu seinen Gunsten geschehen, wiewohl Tausende und Hunderttausende lieber gestorben waren, als daß sie ihn verleugnet hätten. Und doch bie. heidnischen Orakel waren da verstummt, die heidnischen Altäre verlassen, die heidnischen Philosophen hatten sich in Christen verwandelt; christliche Presbyter walteten dort ihres Amtes, wo heidnische Priester Opfer dargebracht hatten; christliche Redner sprachen, wo heidnische Advocaten die Sachen geführt hatten; christliche Richter sprachen Recht auf den Stühlen der Prätoren und der Proconsuln; ein christlicher Kaiser saß auf dem Throne der Cäsaren. Es ist noch heute so; die große Masse der civilisirten Welt bleibt noch dabei und bekennt es auch, daß sie von Gesetzen, Sitten und Lebenöregeln geleitet wird, die in der That von der Lehre Jesu Christi abgeleitet find. I) Man hat gesagt, daß die Ausbreitung des Christenthums wenigstens theilweise rein menschlichen und auch sonst statthaften Ursachen zugeschrieben werden muß. Man hat z. B. gesagt, daß die Civilisation des heidnischen Reiches überlebt, daß die Gesellschaft 2*