Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 1-2 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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m einer Modifikation oder sogenannten Reformation seiner theologischen ÄNd philosophischen Theorien. Christus verbot es seinen Nachfolgern, stch in die politischen Angelegenheiten der Juden wie der Heiden zu mischen; und was die Gewalt betrifft, so lehrte er sie, in Worten, welche alle christliche Geschichte seitdem bewahrheitet hat, daß „wer das Schwert nimmt, durch das Schwert umkommen wird." In der That, die Art und Weise der Verbreitung des Glaubens an Christum war die denkbarst einfache: sie bestand in einer bloßen Verkündigung Christi als des Herrn und des Heilandes der Welt. Apostel predigten das Reich Gottes, luden die Menschen ein, in dasselbe einzugehen, erklärten, daß Christus sein König wäre, forderten von seinen Unterthanen Gehorsam gegen seinen souveränen Willen, und versprachen ihnen Frieden in ihrem Herzen hier und Seligkeit in seinem Hause dort. Für meine gegenwärtige Ausführung ist es durchaus gleichgülrig, ob man anerkennt, daß diese Predigt von Wundern begleitet war oder nicht. War cö der Fall, dann fällt die Streitfrage. Wahrscheinlich wird keiner unter uns sagen, was die Juden und einige Heiden sagten, daß diese Wunder durch ein Werk des Satans geschahen. Kamen also Wunder vor, so geschahen sie von Gott. Verweigert man aber die Anerkennung der Wunder, dann ist das Ergebniß nur um so wunderbarer. Gab es nur eine einfache Lehre Christi, erzählten nur einige Menschen von dem Leben des jüdischen Zimmermanns, redeten sie von seinem Tode, erklärten sie ihn für ihren König, stellten sie sein Kreuz als ihre Hoffnung dar, und forderten sie Unterwersting unter ihn, als ihren Gott, beugten dann in Jerusalem und Rom, Athen und Corinth, Ephesus und Philipp«, Smyrna r«nd Antiochia und Alexandrien, in einer Zeit, da Kunst und Wissenschaft, Philosophie und Civilisation auf dem höchsten Gipfel standen, den inan je gekannt, beugten dann und da überall in dem Zeitraurn eines einzigen Menschenalters Tausende und Hunderttausende aus allen Altersstufen und aus allen Klassen chre Häupter vor Christo und ergaben sie ihm ihre Herzen, so frage ich, was war es denn, daß dieser sogenannten thörichten Predigt eine solche magische Gewalt gab? Ich antworte: das