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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 1-2 (1873) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
1-2 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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17 Annahme unter den Menschen im Allgemeinen so werth gemacht hat. Und wahrlich, die Wirkung davon, wenn sie sich völlig erweist, ist höchst beachtenswerth; die Wirkung besteht zuerst darin, daß sich der Sinn für die Sünde, und sodann darin, daß sich der Sinn für die Liebe Gottes steigert. Fast jedes andere System der Vergebung strebt darnach, die Sünde leicht zu machen. Wenn die Reue leicht ist, kann auch die Sünde nicht gerade ein so schweres Ding sein. Fast jedes andere Religionssystem hat eine Furcht vor dem souveräneil Beherrscher des All erweckt, und selten, wenn überhaupt je, zu einer demüthigeil Liebe zu ihm geführt. Selsam genug aber haben dann alle früheren Religionen die Sünde, wenn sie dieselbe als groß betrachteten, auch für unsühnbar angesehen, und ließen dann keinen Raum für die Reue, selbst wenn sie mit Sorge und mit Thränen gesucht ward. Der christliche Glaube aber hat in der versöhnenden Liebe Christi unsere Ueberzeugung von der Schwärze und voll der Gefahr der Sünde über allen Vergleich mit jedem anderen System hinaus vertieft. Dennoch hat er uns versichert, daß die Reue für die Sünden nicht unmöglich, sondern wohl zu erreichen ist und dann sicher sein darf, angenommen zu werden; und er ist endlich der einzig überzeugende Beweis gewesen, daß, statt all der Wolken und Dunkel, in welche die Natur und die natürliche Religion die Gottheit gehüllt haben, im Himmel es ein liebend Herz gibt, und daß wir mit zweifellosem, kindlichem Vertrauen unsere verwaisten Seelen der Vaterschaft Gottes übergeben dürfen. Und so ist es eine Thatsache, die nichts hinwegnehmen kann, daß bei all seinem Geheimniß und tiefen Dunkel, das wir zugeben, das Kreuz Christi es gewesen ist, das selbst mehr als alles Andere in seiner wunderbaren Geschichte die menschlichen Herzen gewonnen und das menschliche Sehnen gestillt hat. IV. Gehen wir nun zu der Aufnahme der Lehre Christi in der Welt über. Viel Neues kann man darüber nicht sagen. Was zuerst die Art und Weise ihrer Verbreitung betrifft, so ward sie nicht wie die Religion Muhameds, durch Gewalt fortgepsianzt; noch war das Christenthum eine politische Revolution, wie der Buddhismus eine große Erhebung gegen das Kastensystem der Braminen war, verbunden mit

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