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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 1-2 (1873) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
1-2 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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16 wie die Könige der Heiden; denen die zu seiner Rechten und zu seiner Linken zu sitzen begehrten, versprach er allein, daß sie seinen Leidenskelch trinken und mit seiner Bluttaufe getauft werden würden. 4) Zuletzt befriedigt er die Bedürfnisse des Menschen als eines sündigen Wesens. Jede Religion bezeugt die große Sorge des religiösen Sinnes, die Last vom Gewissen durch Bußübungen, durch Opfer oder durch Gaben zu wälzen. Ich weiß, daß ich hier einen Boden betrete, der mich in Streit zu führen vermöchte, und davor muß ich mich hüten. Doch denke ich, muß ein Jeder, der die Evangelien liest, bekennen, daß die christliche Geschichte und der christliche Glaube im Opfer gipfeln. Ich will darüber mich nicht des Weiteren auslaffen; gern gestehe ich das tiefe Geheimniß des Opfers ein und die große Schwierigkeit es zu erklären; ich behaupte nur, und thue es, ohne Widerspruch zu fürchten, daß Christus sich selbst und daß seine Jünger ihn der Welt als Einen darstellten, der für die Sünde des Geschlechtes, das er zu seinem eigenen gemacht hatte, litt; daß er sie zuerst eng an sich band und dann den Becher bis auf die Hefen austrank, den ihre Sünden ihnen bereitet hatten. Er kam zu den Menschen, um den Fluch hinwegzufchaffen, den die Sünde in ihre Mitte gebracht hatte. Und ich weiß allerdings, es gibt manche, und zwar auch Manche, vor deren Zweifeln und Anstößen ich einen tiefen Respekt empfinde, die, während sie Alles anerkennen, was sie dem Christenthum für seine Erhebung, Wandelung und Reinigung des menschlichen Geschlechts und der menschlichen Gedanken schulden, dennoch sagen, sie können alle Theile desselben annehmen, nur nicht seine Lehre von der Versöhnung und vom Opfer. Sie sehen dasselbe als einen Abbruch an der Gnade und Liebe Gottes an, und zweifeln, ob die Sünden so schwacher Wesen, wie wir es sind, jemals für seine Majestät eine solche Beleidigung sein können, daß es eines derartigen Dazwischentretens bedürfte, oder einen so entsetzlichen Preis kosten mußte. Ich respektire, wie gesagt, ihre Bedenken, denn in manchen Fällen sind sie, wie ich glaube, Bedenken von Menschen gewesen, die ein sehr reines Leben führten, und die voller Liebe in ihren Herzen waren. Aber dessen bin ich ganz gewiß, daß es nichts im Christenthume gibt, was dasselbe der

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