Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 1-2 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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s die Wunder nicht annehme, darf ich nicht mehr sagen), als mit schöpferischer Macht ausgerüstet, indem er Brot vervielfältigt, das Augenlicht wieder herstellt, Todte ins Leben rüft, zu dem Sturm spricht „schweige und verstumme"; er verkündigt sich selbst als den Richter der ganzen Erde, der auf seinem Thron sitzen wird, und alle Nationen, die Todten, Große und Kleine, vor ibm versammelt, und die Engel Gottes auf seine Befehle wartend; er spricht das Urtheil, und dasselbe geschieht in Worten, die es anzeigen, daß es die eigentliche That des Gehorsams war, auf ihn zu warten im Gefängniß, in Krankheit, in Roth und Leiden; daß es die eigentliche Sünde war, ihn zu verachten, und zwar in seinen Knechten, als in seinen Repräsentanten. Noch eine andere Scene gibt es, die mir mehr als alle zusammen zu sprechen scheint. Jeder von den drei Evangelisten erzählt, Johannes allein unterläßt es zu berichten, die Einsetzung des Abendmahls. Was nun auch immer von den verschiedenen Kirchen über die Bedeutung und den Segen desselben gehalten werden mag, deutlich stellt sich Jesus Christus dort selbst als die Macht, die alles geistige Leben erhält, dar; weist auf sich, als auf das große Opfer, das Gegenbild des Passahlammes, und bekennt dann, daß sein Leib und Blut die Seelen aller Jünger in allen zukünftigen Zeiten nähren und erhalten kann. Was ist das aber, sich zuerst das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt, zu nennen, und sich dann selbst die erhaltende, stärkende, lebengebende Macht zuzuschreiben, die doch eben nur -von Gott ausgesagt werden kann? Ich behaupte daher ohne Furcht, daß, wenn unsere christlichen Berichte irgend etwas Besseres sind, als unnützes Papier, wenn sie überhaupt irgend welche Berichte über Christum sind, wir aus ihnen nur lernen können, daß er sich seinen Jüngern nicht als bloßen Propheten, nicht als Lehrer allein, sondern als ihren Priester, ihren König, ihren Gott darstellte. Bemerke man nun hierin zuerst seine vollkommene Originalität. Niemand zuvor behauptete etwas dem Aehnliches. Alle heidnischen Fabeln über Götter, die zu den Menschen hernieder kamen, all ihr Glaube oder Halbglaube, daß manche Menschen Abkömmlige von