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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 1-2 (1873) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
1-2 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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8 jetzt nur sagen, daß, wenn das Evangelium deS Johannes und die Briefe Pauli nie zu uns gekommen wären, wir uns dennoch gerade da befänden, wo -wir jetzt sind. Jene besondere Lehre Christi von ihm selbst liegt in jedem Theile der drei ersten synoptischen Evangelien offen das sie sind von ihr vom Anfänge bis zum Ende durchdrungen. Wenn sie nie von Christo kam, so haben die Verfasser dieser Evangelien ihn allesammt nicht verstanden, und ihre Erzählung ist eine bloße Einbildung und Lüge. So steht es aber mit jedem Dokument, das wir besitzen. Geschichten, Briefe, Ueberlieferungen, kleine Erzählungen, Apokalypsen — sie alle gehn denselben Weg, sie alle sprechen dieselbe Sprache. Ja, ich habe oft gedacht, daß wenn wir nur die drei synoptischen Evangelien besäßen, wir, obwohl wir durch den Verlust der tiefen Theologie Johannis des Theologen in der That sehr empfindlich leiden würden, dennoch die allerklarsten Aussprüche über die Gottheit, das Königthum und das Priesterthum Christi haben würden; und daß wir keine, oder höchstens nur eine bis zwei der Stellen haben würden, die manche für unverträglich mit dem höchsten Glauben an des Herrn gleichartige und gleichewige Gottheit gehalten haben. Allerdings finden wir bei Johannes und Paulus die enthüllteste Gestalt der neutestamentlichen Theologie, aber auf die nämliche Rechnung kommt auch der Schein, denn ein Schein ist es nur, von dem, was sich mit derselben nicht verträgt, oder ihr als Schwierigkeit entgegensteht. Lassen Sie uns die Worte unseres Herrn in den ersten Evangelien wieder einmal kurz anführen. Er selbst nennt sich beständig „des Menschen Sohn," damit Einen bezeichnend, oder können wir daran zweifeln? der kein gewöhnliches Interesse an den Menschen, dem Menschenwesen und an allem Menschlichen habe; beständig bekennt er sich, und erhält das Bekenntniß es zu sein, als „der Sohn Gottes"; beständig beansprucht er ein König zu sein: er fordert unbedingten Gehorsam, unbegrenzte Liebe s„wer Vater oder Mutter mehr liebt, als mich, ist mein nicht Werth"); er vergibt Sünden; er hat Macht über den Sabbath; er tauft mit dem heiligen Geist; er verkündigt sein eigenes Gesetz, selbst wo es dem Gesetze Mosis zu widersprechen scheint; er wird wenigstens dargestellt, (da ich hier

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