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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 1-2 (1873) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
1-2 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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4 lästina, oder Leute, deren Thun und Handeln mit schauspielerischem Gepränge austritt, sondern Bezeichnungen, die wir für alles Unwahre in Religion und Leben gebrauchen. Und eins trennt ihn deutlich als Lehrer von allen anderen Lehrern der Religion und der Moral, nämlich, daß seine eigentliche Lehre „Er selbst" war. Ich muß davon weiter sprechen. WaS ich meine, ist, daß die Lebensbeschreibungen, obwohl sie manche von seinen Gesprächen bringen, uns am Allermeisten doch nicht, was er sagte, sondern was er that, vorführen; und seine Thaten sind uns, sind aber auch in aller Zeit die eindringlichsten Lehren, die je dem Menschen gegeben sind, gewesen. Wahrscheinlich würden alle Menschen, auch die nicht an ihn glauben, bekennen, daß, wenn sie irgend einen Menschen das Leben würden führen sehn, welches uns von Jesu berichtet wird, derselbe eben auch durch ein Leben solcher Art in allen Stücken vollkommen und das Ideal einer von Herzen demüthigen, dem Geiste nach lebendigen, der Gesinnung nach reinen und hochherzigen Menschlichkeit wäre. Er lehrte sich selbst, indem er einfach sich selbst lebte; und sein Leben ist die eigentliche Lehre für jedes Zeitalter der Menschen. Die Ursprünglichkeit seines Charakters aber ist fast ebenso bemerkenswerth, als seine Vortrefflichkeit. Er war nicht blos der große Lehrer, wie die alten Philosophen, denen Schaaren von Schülern zuströmten, um sie zu hören. Er war nicht blos der sinnige Denker, der zurückgezogen von der menschlichen Gesellschaft lebte. Er war kein Ascet, der auf das unschuldige Glück der Menschen kühl hinabblickte. Und andererseits bemerken wir in aller seiner wunderbaren Thätigkeit nicht den geringsten Schimmer von Ruhelosigkeit, Erregung und stürmischem Wesen. Wenn er von seinen Darstellern richtig beschrieben wird, so war er, was kein anderer Mensch jemals war: vollkommen selbstlos, sein Leben, seine Thätigkeit, sein Denken, sein Sprechen immer auf den Dienst Gottes oder auf das Beste der Menschen gerichtet. Da ich die Wahrheit der Wunder nicht in Voraus annehme, so bin ich natürlich außer Stande, hier unbeschränkten Glauben für Alles, was seine Jünger über ihn berichtet haben, zu fordern. Aber

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