Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 11-12 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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ISS" und befestigt sogar einen König-Gott, um ihn eben als Mittel zum Zweck zu gebrauchen. Wie; der Meister Feuerbach beschuldigt Marx endlich das Christenthum eines sublimeren Egoismus, welcher dem Judenthum den Erdenegoismus überläßt und dafür den himmlischen Seligkeitsegoismus sich erliest. Weil er das Leben nur von der einen Seite „des Genusses" her kennt, versteht er auch unter „der Seligkeit" nichts anderes. Daß Seligkeit die Vollendung der Liebe und des Lebens in der reinen Liebe ist, weiß er nicht oder er würde auch in der Liebe wieder nur eine neue Selbstsucht erkennen. Dazu kann er allerdings gelangen, wenn er sieht, wie Liebe gewöhnlich unter den Menschen nur ein allgemeines Wort für ihre mannigfaltige Genußsucht ist. Liebe im christlichen Sinne dagegen heißt: nicht sich suchen, sondern den Anderen, und das ist doch eben das Gegentheil von dem Sichselbersuchen oder der Selbstsucht. Die Liebe trägt dann allerdings auch die vollendetste Süßigkeit in sich; eben deshalb findet sich -dieses Moment gleichfalls in der Seligkeit und zwar in seinem höchsten Maße. Da aber herrscht keine Liebe, wo dieselbe um des Genusses willen, den sie gewährt, geübt wird, sondern wo sie wahrhaftig nur das Wohlthun an dem Anderen erstrebt. Diese Liebe hat die Welt erschaffen, diese Liebe hat auch die Welt erlöst, sie ist ganz und gar Gabe, ganz und gar Geschenk. Je wahrer und, reiner daher das Christenthum in einem Volke austritt, desto ohnmächtiger ist das Judenthum gegen dasselbe. Je mehr dagegen der Egoismus das Christenthum in einem Volke zurückdrängt, desto größeren Gefahren sieht dasselbe sich auch von Seiten der Juden ausgesetzt, Gerade weil die Principien von 1789, die Principien des Egoismus, der sich von Gott und aller göttlichen Ordnung löst,- um nur seinem persönlichen Belieben zu leben, so tief in unser Volksleben eingedrungen sind und das Fundament für unser gesammtes. nationales, gesellschaftliches und kirchliches Leben zu werden versuchen, gerade darum haben die Juden es vermocht, die gegenwärtige Stellung unter uns zu gewinnen. Praktischer, energischer, schneller und rücksichtsloser als die Deutschenreißen sie ihnen im eigenen Hause das Heft aus den Händen.