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Dibre Emeth · 1872-01-01 · 11-12 (1872) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
28 (1872)
Issue
11-12 (1872)
Date
1872-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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m Dyzu überlassen.sie die eigentliche Arbeit, die geistige und leibliche Arbeit deS ProducirenS den Christen und treten zumeist erst da ein, wo nun die Verwerthung des bereits Gewonnenen beginnt. Das Säen überläßt das nachchristliche Judenthum den Anderen, selbst dagegen beschäftigt es sich, mit dem Sammeln und Einbringen der Früchte. Auch diesen Punkt deutet Marx wenigstens von fern an; sein scharfsinniger Geist hat ihn erkannt, und er nennt nicht Heilig-? keit, was andere Juden widerrechtlich mit diesem Namen bezeichnen« Wäre wenigstens etwas von diesem Wahrheitssinne ihres Volksgenossen in der größeren Zahl der Juden, so würde das Evangelium auch für sie eine neue Gestalt gewinnen. Juden in Sibirien. Auch Sibirien kennt eine jüdische Bevölkerung von jetzt gegen 10,000 Seelen. Freiwillig sind diese Juden jedoch in das kalte Land gewöhnlich nicht gezogen, sondern meist durch Zwang m dasselbe versetzt worden. Die bekannte Verbannung nach Sibirien für Vergehn und Verbrechen hat eben auch eine größere Zahl von Juden in Rußland betroffen; und bei einer Anzahl von fast 2y2 Million derselben im ganzen russischen Reiche wird diese Zahl nicht überraschen; der größte Theil der in Sibirien wohnhaften stammt übrigens aus Polen und Klein-Rußland. Das „Ausland" sagt uns, daß diese jüdischen Verbannten gleich allen andern in vier Klassen zerfallen. Die niedrigste Klasse ist die der Tscholdonen. Dieselben sind zur Bergwerksarbeit verurtheilt und haben die Pflicht täglich, in Ketten gefesselt, 200 Schubkarren voll aus den Schachten zu graben und fortzuführen. Nach Jahre langer guter Aufführung kann der Tscholdon zu der nächst höheren Klasse der Urotschniks emporsteigen. Dann wird er von den Ketten und von der Einschließung befreit und hat nur noch das Jahr über 50 Kubikklafter Erz zu graben. Die höchsten Stufen aber sind die der Soldaten und Ansiedler; letztere haben die Erlaubniß sich nach Belieben an einem Orte Sibiriens niederzulaffen. Am Liebsten thun sie das in kleinen Orten, wo sie dann auch eigene Gemeinden bilden.

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