Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 11-12 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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V. 5. Darnach werden die Kinder Israels zurückkehren und Jehovah ihren Gott suchen und David ihren König und > hineilen zu Jehovah und zu seinem Segen, in der letzten Zeit. Diese Stelle ist eine der lehrreichsten. Man denke sich/ welch eine ungeheure Mühe sich die Juden seit ihrer Zerstreuung gegeben Habens um sich bas-Bewußtsein zu erhalten, daß sie fortwährend Gottes auSerwähltes Volk seien! Man denke sich, wie daS ihre eigentliche Stütze durch Jahrhunderte hindurch war, daß sie allein dem Namen Gottes und dem rechten Gotte bienten, daß ihnen eben deshalb auch allein der Vorzug, Diener Jehovahs zu sein, gebühre! Und nun sollen die tausende und abertausende von Schriften, die gerade aus diesem Gedanken heraus in ihrer Mitte entstanden sind, von einem gemeinsamen Jrrthume getragen sein! Dennoch ist allein dieser völlige Bruch mit sich selbst die Bekehrung Israels im alttestamentlichen Sinne. Erft nachdem dieser Bruch geschehen ist, kann nach Hosea von einer Umkehr Israels die Rede sein. Nach der Seite ihrer politischen Stellung (ohne König und Obersten), nach der Seite ihrer Gemeinschaft mit Gott (ohne Opfer und ohne Bildsäule), nach der Seite ihres Wissens und Verstehens, lohne das Schulterkleid mit dem Amtsschilde des Hohenpriesters, durch welches daS Volk sich Raths erholte, und ohne das Orakel der Hausgötter) sollen sie sich selbst als gewissermaßen zwischen Himmel und Erde schwebend erkennen. Den Juden soll es also nicht bloß offenbar werden, daß sie ohne eigene nationale Selbstständigkeit sind, sondern auch, daß sie; nicht einmal politische Sicherheit besitzen. Jedes Gefühl der Beständigkeit für ihre gesammte bürgerliche Lage und Stellung muß ihnen vorher verloren gehn. Ein Etwas von diesem Gefühle findet sich Mar unter ihnen, aber dasselbe ist noch nicht der Art, daß sie die Hoffnung aufgegeben hätten, es durch menschliche Mittel, z. B. durch Capital und Presse und liberale Staatsverfassungen: zu erreichen. Sir müssen erst noch zu der gewissen Einsicht gelangen, daß auf allen diesen Wegen ihr Heil nicht kommt. Ebenso aber muß sich ihnen die Erfahrung aufdrängen, daßste ’ weder mit dem -alten Bundesgott im Frieden leben, noch auch, daß ihnen irgend eine selbst geschaffene oder erwählte Region Hilst.