Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 9-10 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2554541-2554797-2554803--05846-2561815- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Aus Ungarn.! Das Magazin fiir die Literatur des Auslandes enthält in Nr. 24 einen.Aufsatz über das Judenthum in Ungarn, den der jüdische Redakteur des Blattes, vr. Lehmann, ausgenommen hat, und der doppelte Beachtung verdient, weil er eins der seltenen Zeugnisse aus dem jüdischen Lager gegen die tiefsten Mißstände in seiner Mitte ist. Um sogleich auf die neueste Zeit einzugehn, notiren wir die folgenden Auslassungen: „Die Antipathie gegen die Juden schwand unter den Magyaren von der Zeit an, wo der Jude, der herrschenden Nationalität sich anschmiegend, die ungarischen Traditionen als seine eigenen betrachteter - Mr dien Forderungen der Zeit so leicht begreifende Jude wurde Honved (Landcsvertheidiger). Aber es kamen andere Zeiten, wo die Vaterlandsliebe zum Verbrechen gestempelt wurde. Da faßte die Idee des Weltbürgerthums festen Fuß. Viele vergaßen die Vergangenheit und ergriffen mit bereitwilliger Erwartung die Gegenwart. Das Judenthum wurde durch seine Aktivität und Handelsinteressen ein Hauptfactor in dieser SttöMUng.; —;- : u Die israelitische Intelligenz flüchtete in das Ausländ, nahm dort ungarischeNämen an und wurde gut ausgenommen. Ein gut Theil unter-ihnen waren freilich Jndustrieritter. Der israelitische Handelsstand blieb daheim, benutzte aber die äntinationale Etimmung, um weitgreifende kaufmännische Verbindungen- - anzuknüpfen: und leichter mit den Fremden zu verkehren. Deshalb hätten die Jtwen keine Ursache über das Loos des VäterländeS zü trauern; -sie sammelten Capitälien, und viele der jetzigen großen Herren datiren -ihren ReichthuM aus jenen Tagen. " - Die -jüdische JMrMlistik blühte rissch auf. - Däs von der Regierung in 'Pesth zur Germanisirüng des Landes' gegründete Blatt der „Pesther Lloyd" fand in den Juden die opferwilligsten Gönner/ schon weil die Zeitung den Handelsintereffen förderlich wurde. Auf solchem Wege förderte das Judenthum unsere materiellen