Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 9-10 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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da und legte vor Allen das Bekenntniß ab, sie habe sich, während sie damit beschäftigt war, Andern den Willen Gottes ans Herz zu legenselbst sehr gegen denselben versündigt und dadurch mehr geschadet, als sie durch viele Andachten geben könnte. Wie solche Demuth und Selbstzucht die Schwestern förderte und erzog, ist leicht zu ermessen; und daß der Segen Gottes auf einem Werke ruhte, das solche Hände leiteten, wird wohl verstanden werden können. Im Jahre 1866 waren es 222, im Jahre 1866 bereits 234 Kinderpflegen, die von Nonnenweier aus besetzt und bedient wurden. Preußen in immer größerer Ausdehnung und selbst Paris (auf dem Hügel in der Vilette 1861) mit seiner Schule für die armen deutschen Kinder erbaten und erhielten Schwestern aus Nonnenweier. Aus Paris sind dieselben freilich 1870 vertrieben worden. Wo hätte ich, schreibt sie selbst 1865, als wir vor 25 Jahren in das Dörflein Leutesheim als Fremdlinge einzogen, Jedermann unbekannt, nichts suchten, als in der Stille, fern vom Strudel der Welt, der Jugend des Dorfs in etwas dienlich zu sein, daran gedacht, daß aus diesem Senfkorn ein Baum werden würde, worunter so viele Vöglein Schatten finden sollten in der Hitze des Tages. Das hat der wunderbare gnadenreiche Heiland gethan! — Das Jahr 1866 erregte auch ihr Land, ihr Herz aber stand zu Preußen und zu der deutschen Sache, die ihr klares Auge im preußischen Lager erkannte. Schon unter dem 5. August 1866 schreibt sie: „es ist ein erhebender Gedanke, wenn Deutschland eins würde ohne Oesterreich." Nun aber nahte der Feierabend. Pastor Rein, der treue Geistliche von Nonnenweier und die tüchtigste Stütze der Anstalt starb; es war eine besondere Gnade Gottes, daß ihm ein Mann folgte, der ein gleiches Herz für das Jolbergsche Werk an den Tag legte, Rems Schwiegersohn Pastor Hoffinger. Frau Jolberg durfte so darauf hoffen, daß, falls sie stürbe, ihr Geist dem Hause erhalten bliebe. Denn einen andern Geist wollte sie freilich in ihr Haus nicht einziehn sehn. Man suchte sie vielfach auf und suchte sie z. B. für die Fröbelschen Kindergärten zu gewinnen. So kam die eifrige Beförderin dieser Gärten, Frau von Mahrenholz nach Nonnenweier.