Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 9-10 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Sie breitete dort aus ihren Reisekoffern die mancherlei sinnigen Spiel- und Veranschaulichungsmittel aus, an denen die Fröbelsche Methode so überreich ist, um deren Einführung zu empfehlen und ihre Erklärungen daran zu knüpfen. So viel Frau Jolberg aber auch in Einzelheiten mit ihr zusammenstimmen konnte und es zu schätzen wußte/das man der Kindesnatur das abzulauschen sucht, was ihr entsprechend und wofür sie empfänglich ist; so wurde ihr doch auch jetzt wieder bewußt, daß Fröbel das rettungsbedürstige Menschenherz und die Nothwendigkeit des Sünderheilands nicht zum Fundament seiner Erziehung macht, und in äußeren Dingen und Verstandesentwickelung einen Weg zur wahren Beglückung der Menschen erblickt, der mit dem Worte Gottes entschieden im Widerspruch steht. Den Geist Christi allein wollte sie ihrer Anstalt bewahrt wissen, je mehr sie an ihr eigenes Abgerufenwerden erinnert wurde. — In den letzten Jahren war es ihr nicht mehr möglich, die anstrengenden Jnspectionsrundreisen zu machen; sie ließ deßhalb öfter die Schwestern eines Umkreises an einem Ort zusammenkommen, um sich mit ihnen zu besprechen, sie mütterlich zu berathen und sich mit ihnen im Wort Gottes und im gemeinschaftlichen Gebet zu erquicken. Auf der Osterreise 1868 durch ihre große Ermüdung an das höhere Alter besonders nachdrücklich erinnert, schrieb sie nach Hause: „Das Heim ist mein Verlangen, und das noch nicht Heim meine Pflicht." Aber eine Hilfe für jetzt und eine Nachfolge mußte doch ins Auge gefaßt werden, zumal sie in dieser Zeit von recht schwerer Krankheit (Schleimsieber) heimgesucht wurde, und die Kräfte nach demselben nur langsam wiederkehrten. Aber ein heller Lichtstrahl fiel auch in diese Zeit, die Feier ihres 70ten Geburtstages und die des 25jährigen Bestehens der Anstalt, 1869. Um ihr eine Freude zu machen, hatten die vielen Verehrer der Frau Jolberg eine Summe gesammelt, die ihr als Fonds „für leidende und invalide Schwestern" überreicht wurde; dieselbe betrug 4128 Gulden. Statt des Jahresberichtes wurde eine von Frau Jolberg selbst verfaßte Anstaltsgeschichte verlesen, welche, in ein nettes Büchlein gefaßt, die Schwestern und Freunde zu diesem Feste überraschen sollte. In den 25 Jahren waren über 500 Schwestern aus dem Mutterhause ausgegangen,