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Dibre Emeth · 1872-01-01 · 9-10 (1872) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
28 (1872)
Issue
9-10 (1872)
Date
1872-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Der Eindruck, den ihre Person machte, war auch in anderen Beziehungen ein bedeutsamer. Auf ihren Jnspectionsreisen galt es oft, nach allen Seiten hin eine feste Stellung in Liebe und Weisheit zu nehmen. Aber man gestattete ihr auch ein ernstes Wort. So sprachen einmal mehrere angesehene Bürger einer gewerbereichen Stadt mit ihr über die Vortheile der confesstonslosen Schule. F. I. Einwendungen fanden kein Verständniß. Endlich sagte ste: Jetzt seien Sie einmal aufrichtig! Sind Ihre Kinder gehorsamer und und liebenswürdiger geworden, seit sie weniger Religionsunterricht haben? Da wurden die Herren kleinlaut und mußten endlich bekennen, daß dies nicht der Fall sei. Reichen Lohn durfte ste und dursten ihre Lehrerinnen an vielen Kindesherzen ernten. Viele Geschichten sind bekannt, wie Kinder dieser Schulen ihre Eltern getröstet und zum Gebet ermuntert haben, wie sie auch vor dem Bösen warnten, vor Fluchen, Lügen, Stehlen und zum Kirchengehn, Almosengeben, Beten ermahnten. Vermöglichere Kinder theilten aus freiem Antriebe ihr Frühstück und Vesperbrot mit den ärmeren. Ein Kind hatte Zahnschmerzen und rief: Ach, liebe Großmutter, bete doch zum lieben Heiland, daß er mir meine Zahnschmerzen wegnehme. Diese wollte das Kind auf die Probe stellen und stug: Kann er denn dies? Ja, sagte das Kind, er hat schon viele, viele Kranke gesund gemacht. Die Großmutter kniete nieder und betete — und stehe! der Glaube des Kindes bewährte sich schnell. Ein Knabe wurde krank. Als man ihn srug: willst du gesund werden? antwortete er; wie es der Heiland macht, ist es mir recht. Er bekam die Bräune; vor seinem Ende betete er mit seinem Vater: Herr Jesu, dir leb ich, Herr Jesu dir sterb ich — und dann entschlief er. Doch der Raum verbietet mehrere von diesen Beispielen zu erzählen. Es besuchten übrigens viele katholische nnd jüdische Kinder die Kinderpflegen, und die letzteren zeichneten sich oft durch besondere Empfänglichkeit aus. Die Nonnenweierer Anstalt wurde bald sehr bekannt und von Vielen besucht. Alle Gäste wurden mit herzlicher Freundlichkeit auf-

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