Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 7-8 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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126 von mir einige Broschüren. Wir tauschten unsere Adressen aus; mich selbst bat er zuerst einen Brief von ihm zu erwarten." So viel aus den Mittheilungen jenes theuren jungen Mannes, den die Liebe Christo treibt und dringt, während sein leibliches Leben unter großer Anfechtung steht; mehrmaliges Blutspeien in jüngster Zeit läßt Schlimmes fürchten. Seine Freunde möchten ihn gern in ein Bad schicken. Wer reicht ein Scherflein hierfür dar? man sende es a n Pastor de le Roi, Breslau, Gartenstraße 43. Die hier gebrachten Erfahrungen aber sind um deßwillen so besonders bedeutsam, weil sie ein treues Gesammtbild des religiösen Zustandes unserer heutigen Juden geben; es ist ein Zustand voller Verwirrung, voller Gährung, voller Ungewißheit, voller Zweifel, voller Haschens und Jagens nach Befriedigung, voll scheinbarer Sättigung auf der einen Seite und voller Unruhe, die noch nicht gefunden hat, auf der andern Seite. Das Alte ist dahin. Fortschritt und Chasidäismus graben dem vielhundertjährigen Talmudismus das Grab; hier die Zweifelsucht und der Erdengenuß, dort der leidenschaftlichste Fanatismus; aber das Herz ist ohne Friede. So ruft Christus die Herzen zu seinem Frieden hin. Sociales. „Wissen Sie denn nicht, daß wir Juden über die Christen herrschen und daß wir den Christen Gesetze geben und nicht umgekehrt?" Diese mit voller Gewißheit einem Christen gegenüber ausgesprochenen Worte eines Juden führte der vorige Artikel an. Und es ist nicht der einzige Israelit, der solche Aeußerungen bisher gethan hat. Dem Schreiber dieser Zeilen