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Dibre Emeth · 1872-01-01 · 7-8 (1872) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
28 (1872)
Issue
7-8 (1872)
Date
1872-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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113 Neue Bund, von dem Jeremias spricht, wird erst mit dem Kommen des Meschiach kommen." Nun setzte er mir die Bedeutung des Messtaö und was er für Israel thun werde, auseinander: Er wird die Juden nach dem gelobten Lande führen; alle Feinde Israels, die Goim, werden umkommen: der König Messias wird 1000 Jahre herrschen u. s. w. Seine Augen leuchteten vor Freude bei der Erzählung, und kein Ausdruck war ihm kräftig genug, die Herrlichkeit des MessiaSreiches genügend darzustellen. Dabei war er besorgt, ich verstünde ihn vielleicht nicht; ich winkte ihm aber immer zu, und er hatte seine Freude daran, denn er glaubte mich für seine Ueberzeugungen gewonnen zu haben. Doch ich ftug nun weiter: „Glauben Sie wirklich, daß dieser Ihr Meschiach kommen wird?" „Ja, so gewiß, wie es jetzt heller Tag ist." „Nun, mein Lieber, ich glaube auch an den Messias, und wenn Sie sich erinnem können, habe ich Ihnen ja gesagt, daß ich ein Christ bin, ich hätte Ihnen eben so gut sagen können, ich bin ein Meschichi (Anhänger deck Messias)." „Nun, so sind Sie doch ein Jude!" „O nein, lieber Mann, ich bin ein Jude gewesen, und jetzt bin ich ein Meschichi, weil ich eben glaube, daß der Messias schon gekommen ist. Ich bin kein Goi, wie Sie glaubten, habe überhaupt noch keinen Goi gesehn; denn Alle die, welche Sie dafür hielten, sind Meschichien." Nun fluchte und schimpfte der Russe: „Du bist doch ein Kopberbeiker (Gottesleugner), ein Meschummed (Getaufter, Ausgetilgter)" — kurz, er raste förmlich, während ich mich ruhig hielt. Nach ungefähr zwanzig Minuten wurde er des Tobens müde und wandte sich von mir weg, schloß die Augen und überließ sich seinen Gedanken, während ich mich unterdeß mit Lesen in den Dibre Emetb beschäftigte. Auf einmal ftthr der Russe auf und wandte sich mit der Frage an an mich: „Was sagst Du von den 6bg.6bg.wiiu (Talmudweisen) Kopherbeiker? Willst du klüger sein, als diese?" Ich erwiderte ihm: „Ich will mit Ihnen nicht mehr sprechen, denn Sie haben mich beleidigt; wollen Sie mit mir reden, so müssen Sie uhig und höflich sein." Wieder warf er einen bösen Blick auf mich nnd gab sich von Neuem seinen Gedanken hin. Nach einigen Minuten wandte er sich wieder zu mir; er fluchtete es mit mir verdorben zu 8

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