Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 5-6 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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86 nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, daß wir Gottesmenschen werden sollen, die in Seinen Wegen wandeln und thun, waö ihm wohlgefällig ist, damit ein Jedes sagen könne: „Heute ist Jesu Wort, das hier geschrieben steht, auch an mir erMt." Da nun nach der Predigt die Ordination der drei Kandidaten stattfinden sollte, so wurde wieder ein dieser Feier entsprechendes Lied gesungen, dessen Inhalt die Bitte enthielt, daß Gott seinen Knechten, die nun zu seinem Dienste geweiht werden sollten, die rechte Salbung dazu von Oben verleihen, ihnen den Tröster, den Geist der Wahrheit in ihre Herzen senden möchte, damit Er sie in alle Wahrheit leiten und Sein Name durch sie verherrlicht werden möchte. Während der Ordination, die von Herrn Bischof Gobat vollzogen wurde, herrschte eine feierliche Stille; Jedes schien von der heiligen Handlung hingenommen zu sein und man durste so recht fühlen, daß der HErr mit dem stillen, sanften Sausen seines Geistes gegenwärtig sei und ich bin überzeugt, daß diese stillen feierlichen Augenblicke tiefe Eindrücke in manchen hinterlassen und einen neuen Impuls zur Hingabe an den HErrn gegeben haben. Möge eS dem HErrn gefallen, solche Seelen noch weiter anzufaffen und sie durch seine Gnade zuzubereiten zu einer Behausung Gottes im Geiste. Am Schluß der Feier wurde dann noch das heilige Abendmahl auSgetheilt, wobei sich ungefähr 70 Personen betheiligt haben mögen, und ehe man daS Gotteshaus verließ, wurde noch „die Gnade unsers HErrn Jesu Christi" nach der deutschen wohlbekannten Melodie gesungen. Da eS hier, wie überall in diesem Lande, Sitte ist, daß die verschiedenen Gemeindeglieder nach dem Gottesdienste dem Prediger noch einen kurzen Besuch in seinem Hause abstatten, theils um ihn noch zu begrüßen, theils auch, um über diese» und jenen Punkt der Predigt noch nähere Aufschlüsse zu erhalten, so verwirklichte sich diese Sitte diesmal in besonderem Sinne, da alle gern die Gelegenheit benutzten, den lieben Herrn Bischof, der bei seinem Schwiegersohn, Herrn Zeller, logirte, dort zu sehen, und so geschah es denn,