Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 5-6 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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87 daß das Haus bald voll war, und noch lebhaft über dieses und jenes gesprochen wurde. Nachmittags 3 Uhr sand wieder ein Gottesdienst statt. Die Predigt wurde von Herrn Missionar Klein aus Jerusalem und zwar über Eph. 2, 20—22 gehalten und auch wieder von einer zahlreich versammelten Gemeinde mit Sammlung und stiller Andacht angehört, und so dürfen wir hoffen, daß dieses schöne Fest ein rechter Segenstag für Nazareth gewesen ist, und gewiß seine Früchte für die Ewigkeit tragen wird. Da S. P., einer der neu ordinirten Eingebornen, seinen Wirkungskreis nicht in Nazareth hat, sondern in dem 3'/, Stunden davon entfernten Schafamer, einer der oben erwähnten fünf Außenstationen, so wurde der Wunsch geäußert, daß er vor seiner Abreise dahin erst noch ein Zeugniß seines Glaubens von der Kanzel der neu eingeweihten Kirche ablegen dürfe, was ihm auch gerne gestattet wurde und so wurde also bestimmt, daß am nächsten Tage, Montag den 2. Oktober, noch eine kleine Nachfeier stattfinden sollte. Als das Glöcklein zur gewöhnlichen Zeit, Morgens 8Va Uhr, das Zeichen zum Beginn deS Gottesdienstes gab, versammelte sich auch sogleich wieder eine zahlreiche Gemeinde, und es that wohl, sehen zu dürfen, daß die Leute gern ihre Alltagsgeschäste auf die Seite legten, um an dem schönen Gottesdienste im Hause Gottes Theil nehmen zu können. Es hat sich wohl jedes gefreut, gegenwärtig zu sein, denn man hatte Gelegenheit ein kräftiges Zeugniß von der Wahrheit, wie sie in Jesu ist, ablegen zu hören. Der Redner hielt eine gesalbte nnd logisch geordnete Predigt über die Inschrift am Haupteingang der Kirche (Joh. 4, 24). Sein Thema war: die wahre Anbetung GotteS: 1. Worin dieselbe bestehe. 2. Welches die Bedingungen zu einer solchen Anbetung seien. 3. Welches der Ort, die Zeit und Form dieser Anbetung sei. 4. Warum es nothwendig sei, daß diese Anbetung GotteS im Geist und in der Wahrheit geschehen müsse. Diese Predigt zeigte so recht den Kontrast zwischen dem, waS die Gemeindeglieder früher waren, da ihre Anbetung und ihr Gottesdienst in nichts anderem, als einem tobten Ceremonienwesen bestand, und was sie jetzt durch GotteS Gnade geworden find, nachdem das