Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 5-6 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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83 Zündet Opfer an! Denn der Geist der Gnaden Hat sich eingeladen. Machet ihm die Bahn! Nehmt ihn ein, So wird sein Schein Euch mit Licht und Heil erfüllen Und den Kummer stillen." „Ehe man sichs versah, so sah man auch das Kirchlein als schmucke Braut (von einem Freunde aus Jerusalem mit Kränzen geziert) in dem sie umgebenden bunten Kranze der Menschenmenge. Der Eine hatte dieß, der andere etwas Anderes zu bewundern, aber hauptsächlich war es die von dem eingebornen Lehrer der Missions« schule mit Meisterhand in großen Buchstaben in den Stein über dem Portal eingegrabene arabische Inschrift Joh. 4, 24: „Gott ist ein Geist und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und der Wahrheit anbeten", welche die Blicke Aller fesselte und Stoff zum Nachdenken und zur rechten Zubereitung und Herzensstimmung für den Gottesdienst verleihen konnte. „Die für den Gottesdienst bestimmte Zeit, Morgens 8l/2 Uhr, war indessen herbeigekommen und das helltönende Glöckchen auf dem Schulhause (denn der Glockenthurm sammt der dazu führenden Wendeltreppe konnte der beschränkten Mittel wegen noch nicht vollendet werden) gab bereits das Zeichen zum Beginn der Feier; die Thüren wurden geöffnet und die inneren Räume durften nun zum erstenmal betreten und als Gotteshaus begrüßt werden. Bot schon die Außenseite der Kirche den Festgästen so viel Stoff zur Bewunderung dar, wie viel mehr war dies im Innern der Fall. Zunächst fiel in die Augen die schöne Kreuzform, die einer Kirche angemessene Höhe, Räumlichkeit und Helle, dann die gelbliche, den Augen so wohlthuende Naturfarbe der Wände, die farbigen Gläser der hohen gothischen Spitzbogenfenster, die au Farbe dem Marmor so täuschend nachgeahmten Pfeiler, Bogen und Fenstereinfassungen u. s. w., die am rechten Orte angebrachte Gallerie oder Emporkirche für die 6*