Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 5-6 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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8i Eine evangelische Kirche in Nazareth. Am 1. Oktober des vergangenen Jahres weihte der evangelische Bischof von Jerusalem, Samuel Gobat, die erste arabisch-evangelische Kirche Palästinas ein, die Kirche zu Nazareth. Es ist besonders erfreulich, daß auf diese Werse unter der eigentlichen angesessenen Bevölkerung des heutigen heiligen Landes unsere Kirche einen ficheren Boden gewinnt Ein Brief aus Jerusalem vom 16. Oktober 1871 beschreibt die Feier in folgender Weise: „Als ich Nazareth im Jahre 1848 besuchte, war es ein ärmliches, schmutziges Dörfchen, in dem der Fremde nur mit vieler Mühe eine Herberge finden konnte, und man unwillkürlich die Worte Nathanaels in den Mund nehmen und ausrufen mußte: „Was kann doch von diesem ärmlichen Nazareth Gutes kommen?" Und siehe da, es kam Es hat sich während dieser Zeit zu einem freundlichen Städtchen von etwa 6000 Einwohnern emporgearbeitet, in dem die Christen die überwiegende Mehrzahl bilden und mehr Freiheit genießen dürfen, als irgend sonst wo im Lande. Wer hätte zu jener Zeit auch nur von Fern den Gedankem hegen dürfen, daß gerade Nazareth Haupt- und Mittelpunkt für das Misstonswerk in Galiläa und somit der Ausbreitung des Evangeliums unter den Muhamedanern und den tief gesunkenen Christen des Orients werden und als eine Stadt auf dem Berge nach Nord und Süd, Ost und West leuchten, und hier herrliche Gemeinden Christi erstehen und unter der Pflege eifriger, für die Sache Christi sich hingebender Sendboten erblühen sollten. Und siehe da, es ist geschehen; es ist ein Wunder vor unfern Augen. Ein Wunder, daß das Evangelium so schnelle Fortschritte machte und daß dem HErrn ein Volk geboren werden konnte, daö da williglich dienet im heiligen Priesterschmuck. Denn nur dürfen hier nicht vergessen, daß jeder Einzelne, der durch den Geist Gottes angefaßt, durch die Predigt des Wortes Gottes erweckt und dadurch veranlaßt worden war, Mit seiner in krassem Aberglauben und todtem Ceremomendienst völlig erstorbenen Kirche zu brechen, alle möglichen Verfolgungen nicht nur von den 6