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Dibre Emeth · 1872-01-01 · 5-6 (1872) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
28 (1872)
Issue
5-6 (1872)
Date
1872-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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80 fürchtigen nicht unkenntlich gewesen. Was insbesondere die beiden Zeugen der Offenb. Joh. betrifft, so wird ihr Vorzug vor den Verführern ihrer Tage durch ihre Auferstehung von den Todten und ihre Himmelfahrt sichtbar werden. Daß ferner die Schrift den Fall des Antichrists und das Ende der Welt bisweilen zusammensetzt, kann gegen die Offenbarung Joh. 20, welche beide ausdrücklich durch die tausendjährige Gefangenschaft des Satans von einander trennt, nichts beweisen. Das Eine ist aber nur eine nähere Bestimmung des Anderen. Ganz ebenso verhält es sich hier mit der Offenb. Johannes wie sonst in den Propheten, von denen die Einen oft Dinge hintereinander erwähnen, zwischen welche andere Propheten noch weitere Begebenheiten setzen. Endlich giebt es Leute, welche zwar der Schrift in Hinsicht der Judenbekehrung nicht widersprechen wollen, sich aber vorsetzen, die Sache ruhig abzuwarten. Die handeln aus Trägheit so. Wir sind aber verpflichtet, unser Pfund nicht blos nicht übel zu verwenden, sondern es auch nicht zu vergraben. Wir sollen in der Schrift forschen, und nicht aus Parteisucht irgend ein Stück derselben unerforscht lassen. Von Dunkelheiten soll man sich auch in diesem Falle sowenig abschrecken lassen, als in anderen Fällen, wo man, um die Geschichte und die Gelehrsamkeit des Alterthums zu erfahren, unleserliche Schriften, Ueberbleibsel von Steinen u. s. w. aufs Sorgfältigste beachtet und gebraucht. Hindernisse werden sonst zu beseitigen gesucht; man verfahre nur nach der gleichen Regel auch in dieser Frage. Werden z. B. die Sitten und das Naturell der Juden, wie dieselben uns in dieser Zeit ihrer Blindheit entgegentreten, gegen ihre künftige Bekehrung geltend gemacht, so ist daran zu erinnern, daß der Glaube die Sitten und das Naturell der Heiden ja doch nach so langer Zeit überwunden hat. In den Zeiten, welche auch über die Juden einen harten Kampf des Glaubens und der Geduld bringen werden, können sich ihre Herzen auch biegsamer und weicher erweisen. Die Einwendungen gegen Israels Bekehrung find also nicht stichhaltig.

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