Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1872-01-01 · 5-6 (1872) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
28 (1872)
Issue
5-6 (1872)
Date
1872-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554797-2554801--05765-2561732
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

79 und durch die That offenbar werden, wie die Menschen handeln, ohne daß der Satan, der für tausend Jahre in den Abgrund verschlossen ist, an ihnen Gewalt übte. Es bleibt ja auch während dieser Zeit der Same des Bösen in den Herzen der Menschen, und es fehlt nicht an Menschen, die ihm folgen, Jesaia 65, 20. Ja sie fallen zuletzt in solche Sicherheit und Heuchelei, daß der Satan, wenn er loskommt, an allen vier Enden der Erde Helfershelfer genung findet, wenn er die Gemeine Gottes von Neuem zu verfolgen Anstalt macht. Hesekiel 33, Offb. Joh. 20, 8—10. So wird es aber von dem menschlichen Geschlechte offenbar, daß es auch von sich selbst aus zu der größten Sicherheit, Spötterei und Verachtung Gottes aufgelegt ist, obwohl doch, bei der Bindung des Satans, der Zusammenhang des Bösen nicht so mächtig hervortrat, und dasselbe vielmehr für lange Zeit so eingedämmt worden war, daß der äußere Flor des Heerlagers des Heiligen dadurch nicht über den Haufen geworfen werden konnte. Die Erwartung neuer Wunder und Propheten bei der künftigen Judenbekehrung oder vielmehr zum Besten der ganzen unterdrückten Kirche in den Zeiten des Antichrists, mit welchen Zeiten die Bekehrung Israels zusammentreffen soll, gründet sich nur auf das 11. Capitel der Offenb. Johannes von den zwei Zeugen. Der Glaube an die Judenbekehrung selbst aber ist auch für die, welche ihr Urtheil über dieses Capitel aufschieben wollen, hiervon unabhängig. Was jene Wunder selbst betrifft, so bleibt es ja freilich dabei, daß sicherlich die Schrift zum Seligwerden hinreichend ist. Aber das hindert auch nicht, daß Gott abermal wunderthätige Mittel gebrauchen kann, damit die Menschen sich die heilige Schrift recht ernstlich zu Nutze machen. Besorgt man dagegen, daß man der Schwärmerei Thür und Thor aufthue, wenn man einräumt, daß auf irgend eine Weise wieder Wunder und Propheten kommen können, so gäbe diese Besorgniß doch kein Recht die Sache selbst abzuweisen, sofern sie schriftgemäß wäre. Denn wir dürfen unsere Sicherheit gegen allerlei Gegner nicht nach unserem Gutdünken und durch Leugnung der Wahrheit behaupten wollen. Es hat aber stets neben den wahren Propheten auch falsche gegeben^ und die Wahren sind den Gottes-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.