Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 5-6 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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77 der Welt, welche die Schrift zusammenfallen lasse u. s. w. Denen ist zu antworten; Wer diese Dinge glaubt, der glaubt Ke dem Herrn, und wir hoffen, daß diejenigen, welche sie leugnen, es auch dem Herrn zu Ehren thun. Daß die Weissagung Offenb. Joh. 20 von der 1000jährigen Gefangenschaft des Satans ihre wahre und wirkliche Erfüllung haben muß, glauben alle ernsten Christen. Dadurch wird also noch Niemand ein Chiliast. Nach der Kirchengeschichte sind die zunächst Chiliasten, welche ein tausendjähriges sichtbares weltliches Reich Christi zunächst vor dem Ende der Welt erträumt haben. Gegen diese richtet sich Artikel 17 der Augsburgschen Consession. Mit denen aber verwechselt man oft jene Anderen, welche einen besonderen allgemeinen Flor des Christenthums zunächst vor das Ende der Welt gesetzt haben. Jedenfalls stünde dann fest, daß alle Christen Chiliaften gewesen sind, auch die, welche, gerade im Eifer gegen den Chiliasmus, die 1000 Jahre mit dem Kaiser Constantinus anfangen; denn auch diese wollen ja auf solche Weise irgend eine Erfüllung von Offenb. Joh. 20 behaupten. Es ist aber eine Mißdeutung, wenn man aus der Erwartung besserer Zeiten eine Einbildung von einer absoluten Vollkommenheit auf Erden erzwingen will. Die wahre Vollkommenheit und die völlige Absonderung der Guten und Bösen überläßt man der Ewigkeit nach dem göttlichen Wort. Aber wo soll man mit den häufigen Verheißungen des Guten auf Erden hin, deren Erfüllung ja die Zeiten bisher in dem von dem göttlichen Vater geforderten Maße nicht gebracht haben? Gott sieht doch in der That in seinem Regiment der Welk das ganze Geschlecht der Menschen als eine einige Familie an, und ganze Nationen gewissermaßen als einzelne moralische Personen. Daher dauert die Folge der Aufführung ihrer Vorfahren unter den Nachkommen sott, ohne daß deswegen die Gerechtigkeit in Ansehung einzelner Personen Abbruch leidet, vielmehr wird Jedweder einmal empfangen, was seine Thaten werth sind. Unter diesem Gesichtspunkt wird man sich besser in die Geheimnisse des Reiches Gottes finden. Der Fürst dieser Welt hat sich zuerst an Christum selbst gesetzt,