Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 5-6 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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73 wie weit jeder Stern steht; daher noch ein ansehnlicher Theil ihrer Verheißungen zukünftig ist. Das Reich Christi bleibt nun freilich ein geistlich Reich. Das hindert aber nicht, daß er das Volk, welches ihm dem Fleische nach am nächsten verwandt ist, und welchem in dieser Beziehung unwiderrufliche Verheißungen (Röm. 11, 29) gegeben sind, auch insonderheit zu Ehren bringen und in der zukünftigen Zeit zur Ausbreitung seines Reichs ebenso tüchtig machen und gebrauchen kann, als zuvor ihre Halsstarrigkeit 5. Mos. 32, 33 demselben so schwere Hindernisse in den Weg gelegt hat. Auch wird das Reich Christi damit noch kein weltlich Reich, wenn Israel künftig bußfertig wird und sodann eine glückliche Ration ist und bleibt, welche man von anderen Nationen nur so unterscheidet, wie man verschiedene Völker zählt. Ebensowenig widerstreitet es der geistlichen Natur dieses Reiches, wenn einmal nicht bloß wie bisher etliche, sondern alle Könige der Erde Pfleger seiner Kirche sein werdeen. Jesaia 49, 23. Nach dem langen Frieden aber steht noch eine letzte große Sicherheit und äußerste Verderbniß bevor, welcher Christus durch seine sichtbare Wiederkunft zum Weltgericht ein Ende machen und sodann einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird. (Offb. 20,7 f.) Die beiden ersten unter den erwähnten Zeitkäufen des R. T. nun werden unter den Christen nicht in Zweifel gezogen. Ueber die dritte Zeitperiode aber sind die Meinungen der Christen getheilt. Ich erinnere daher an einige Hindernisse, warum manche Leute die Bekehrung des jüdischen Volks nicht glauben wollen, und welche doch in der Entscheidung der Frage keinen Einfluß haben können. Nicht wenige haben überhaupt eine Abneigung gegen eine zukünftige Bekehrung der Juden. Sie wollen etwa mit den Schwärmern nicht Hand in Hand gehen, welche unter ihren besonderen Lehren auch diese behauptet haben; aber Jedermann weiß, daß Leute, die in gewissen Stücken gröblich irren, in anderen auch etwas Wahres sagen können. Die Meinung aber, als sei die allgemeine Kirchenlehre gegen eine letzte Bekehrung der Juden, ist eine voreilige. Die Kirchengeschichte und die Geschichte der Schriftauslegung bestätigt daö auf allen Seiten. >