Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 5-6 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554797-2554801--05757-2561724- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
71_ Eine Stimme über Israels Zukunft aus dem vorigen Jahrhundert. Bekanntlich hat Deutschland zuerst wieder das Missionsintereffe an den Juden thätig erweckt. Auch die deutsche Theologie hat sich der Sache am Frühesten angenommen. Die damaligen deutschtheologischen Schriften über diesen Gegenstand Haben die Sache mit einer Gründlichkeit, Nüchternheit und Gerechtigkeit behandelt, daß sie in der That auch heute noch die weiteste Anerkennung und Berücksichtigung verdienen. Wir hoffen später einmal der Schrift eines Pastors Fehren aus Burgstädt „über die Bekehrung der Juden zu gedenken; heute mag der Vorbericht, welchen der Professor der Theologie und Philosophie in Leipzig, Dr. Christian August Crusius, 1753 jenem Buche vorangeschickt hat, erwähnt werden; er hat als die Aeußerung eines der berühmtesten Theologen zu der Sache auch einen geschichtlichen Werth. Crusius äußert sich im Kurzen wie folgt: Man hat nach der H. Schrift guten Grund, die Zeiten des R. Testamentes in drei Perioden abzmheilen. Den Anfang macht die Zeit, da nach der Weissagung Jes. 2, 3 und Micha 4, 2 deö Herrn Wort von Jerusalem ausgeht.; das ist die Zeit, binnen welcher Christus zu den Juden die Propheten und Weife und Schriftgelehrte sandte (Manh. 23, 34. Lucaö 11, 49), welche sie zwar verfolgten, jedoch so, daß auch eine sehr große Menge des Volkes zu vielen Zehntausenden (Apost.-Gesch. 11, 20) gläubig wurde, und daß sie auch nicht wehren konnten, daß das Evangelium vom Reiche Gottes, wie es der Herr (Matth. 24, 14) vorhergesagt, noch in demselben Menschenalter in der ganzen (damals bekannten) Welt gepredigt wurde. Binnen dieser Zeit sind die Gläubigen aus Israel der Sauerteig gewesen, der unter ganze Scheffel Mehl gemengt wurde (Lucas 13, 21). Die unüberwindliche Halsstarrigkeit und Verstockung des größten und mächtigsten TheilS der Juden aber zog ihnen den vorher gedrohten Untergang der heiligen Stadt des großen Königs und des ganzen jüdischen Ge-