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Dibre Emeth · 1872-01-01 · 5-6 (1872) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
28 (1872)
Issue
5-6 (1872)
Date
1872-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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69 einmal kaufmännisch humoristisch: „Meine Schwester Regine ist im ganzen Stück schöner als im Muster" und später: „Regine hat die Procura des ganzen Hauses." In dieser Zeit entschloß sich Frau Jolberg den Unterricht ihrer Kinder theilweise in die Hände eines Studirenden Heinrich Kossmann zu legen. Der Eindruck dieser Frau war auf den jungen Mann ein außerordentlicher; er spricht cs selbst aus, das sie durch die Macht ihrer Persönlichkeit das Bedeutendste in seiner Entwickelung gethan habe. Seine ausgezeichneten pädagogischen Leistungen haben ihm 'hernach das Vertrauen der russischen Großfürstin Helene in Petersburg, welche ihn zum Unterricht ihrer Töchter heranzog, gewonnen. Das Leben im Vaterhause brachte aber allmählich doch auch allerlei schwere Uebelstände mit sich. Tie mancherlei Unterbrechungen und die Zerstreuungen, denen sie kaum auswcichen konnte, ließen sich schwer mit dem, waS sie für ihre Kinder erstrebte, vereinigen. Sie bezog daher zuerst eine eigene Wohnung. Im Jahre 1839 unternahm sie dann nach der Confirmation ihrer zweiten Tochter mit den Kindern eine Reise nach Straßburg, die für ihr weiteres Leben entscheidend wurde. Sie kehrte in dem Straßburg gegenüber gelegenen badischen Dorfe Leutesheim bei dem dortigen evangelischen Pfarrer Ernst Fink unv seiner jungen Gattin, die sie im Freundeskreise kennen gelernt hatte, ein. Es wurde viel von Dolkserziehung gesprochen, und die Lieblingsidee, sich der Kinder des Volks anzunehmen, die Frau Jolberg schon als Jungfrau gehegt, und vie seilher wohl zeitweise zurückgetreten, aber nie verwischt worden war, wurde in dem Verkehr mit einem Manne, der vom entschieden christlichen Standpunkte aus dasselbe erstrebte, aufs Neue wachgerufen. Für ihn und seine Gemeinde hatte die durch Frau Jolbergs Besuch empfangene Anregung die Folge, daß seine Frau neue Freudigkeit gewann, eine bereits in'3 Leben gerufene Strickschule fortzuführen. Man trennte sich jedoch zunächst, ohne zu ahnen, daß man sich bald dauernd vereinigen würde. Die Verheirathung des Bruders der Frau Jolberg ließ es derselben gerathen erscheinen, damit die junge Ehefrau sich in die Familie recht einleben könne, eine Zeitlang Heidelberg zu verlassen

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