Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 3-4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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62 armenischen Bischof von Aintab, Megherditch, und überredete ihn, die englische Liturgie zu lesen und mit der Bibel zu vergleichen. Dies that er ruhig in dem Zeiträume zweier Jahre; da wurde er in seiner Erkenntniß von den Jrrthümern seiner Kirche, und daß die Kirche von England in Wahrheit eine Kirche der Schrift sei, überzeugt. Aber er hatte noch nicht den Muth, dies öffentlich zu bekennen. Er wurde dann nach Constantinopel gerufen, wo er sehr geehrt und in das Amt eines Beistandes des alten Patriarchen von CiS mit der Aussicht auf Nachfolge desselben eingesetzt wurde. Als er nach seiner Rückkehr von Constantinopel an dem Punkt der feierlichen Einführung in sein neues Amt stand, schlug ihn in Adana sein Gewissen so mächtig, daß er seiner Ueberzeugung nicht länger widerstehn konnte, sondern nach Aleppo eilte, um sich dort vor competenten Zeugen — unter ihnen war der brittische Consul, Mr. Skene — als Protestanten zu erklären, um der Einkerkerung, vielleicht für Lebenszeit, zu entgehen, zu welcher er sonst verurtheilt worden wäre. Er bat mich dann, ihn als Mitglied unserer Kirche aufzunehmen, und ich that es; wenige Monate später gab ich ihm auf seine eigene Bitte, es geschah vor ungefähr 5 Jahren, eine Vollmacht für das geistliche Amt. Seitdem hat er das Amt an unserer protestantischen Gemeinde zu Aintab verwaltet, die ungefähr 600 Seelen zählt, aber die Aussicht auf ein bedeutendes Anwachsen in kurzer Zeit hat, d. h. so bald die Kirche, welche jetzt gebaut wird, vollständig hergestellt sein wird. Ein großes Hinderniß für ihr bisheriges Wachsen ist wirklich der Umstand, daß die bischöflichen Protestanten keinen genügenden Raum, der sie alle zu umfassen vermocht hätte, erlangen konnten; und doch, da sie arm sind, hatten sie nicht die Mittel eine Kirche zu bauen. Als ich diesen Fall in einem meiner Berichte erwähnte und die Bemerkung machte, daß unter Hinzufügung dessen, was die Leute selbst dort beizusteuern vermöchten, für 1000 Pfv. St. eine Kirche erbaut werden könnte, hat mir ein christlicher Freund auf einmal 1000 Pfv. St. versprochen, von denen ich schon 500 Pfd. St. empfangen habe, mit welchen ich dann den Bauplatz und das Baumaterial erstand; und ich hoffe durch die nächste Post zu hören, daß der Grundstein durch den Consul