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Dibre Emeth · 1872-01-01 · 3-4 (1872) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
28 (1872)
Issue
3-4 (1872)
Date
1872-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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61 streut in Palästina leben, besonders in Galiläa. Meine Abstcht war es nicht, Proselyten aus den alten Kirchen herauszuziehen, sondern das Licht der Wahrheit in diese Abgründe des Jrrthums und der Finsterniß einzuführen; aber da ihre Häupter die Wahrheit nicht eindringen lassen wollten, wurden die, welche die Wahrheit liebten, zuerst ausgestoßen, und darnach gingen sie aus eigenem Antriebe heraus. Aber was soll ich von diesen eingeborenen Protestanten sagen? Wenn nach dem Maße von wahrhaft bekehrten Leuten in England gemessen u. s. w. oder nach der Bibelwürden die Meisten unter ihnen wohl zu kurz kommen; und doch müssen sie unter dem Einfluß der Gnade stehn, denn sie besuchen nicht allein regelmäßig den öffentlichen Gottesdienst, sondern eine schöne Zahl derselben hat auch den Familiengottesdienst in ihren Häusern eingeführt. Sie zeigen nicht allein Achtung und Liebe für das Wort Gottes, sondern, was vielleicht ein sicherer Beweis für ihre Aufrichtigkeit ist, die meisten unter ihnen leiden in zeitlichen Dingen darum Verlust, weil sie Protestanten sind. Soviel von Palästina in dieser Beziehung. Aber es gibt noch ein anderes Feld, in das ich durch die Vorsehung fast wider meinen Willen hineingezogen worden bin, das aber ein Theil meiner Diöcese ist — ich meine Mesopotamien und Cilicien. Im Jahre 1854 stellte ich einen jungen Mann, Carabet, als Evangelisten an, um unter den zahlreichen Pilgern, die Jerusalem jährlich besuchen, zu arbeiten. Ungefähr 6 Jahre arbeitete er so eifrig und erfolgreich, daß manche Pilger, von der Wahrheit überzeugt, in die Heimath mit der Bibel und unserem (englischen) Gebetbuch (Prayer-book) zurückkehrten, welche sie mit ihren Freunden und Nachbarn lasen und durchforschten. Der Erfolg war, daß sich 7 kleine Gemeinden bildeten, welche den Entschluß faßten, mit der Kirche sich zu vereinigen, deren einziges Panier die Bibel und unsere Liturgie sind. Auf ihre wiederholten Bitten ordinirte ich den nämlichen Carabet im Jahre 1860 zu ihrem Pastor: er sollte in Diarbekir seine Station haben, von dort aus sie von Zeit zu Zeit besuchen und die Sacramente unter ihnen verwalten. Bei einer seiner Reisen hatte er mehrere Gespräche mit dem

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