Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 3-4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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60 Manche gibt, die jeder christlichen Gemeinde als Muster der Frömmigkeit und eines heiligen Lebenswandels vorgestellt werden können. Als ich bei einem vorläufigen Aufenthalt von einigen Monaten in diesem Lande, 1827, die dichte Finsterniß, den Aberglauben, die Unwissenheit und das lasterhafte Leben, in welche das Volk dieses Landes versunken war, bemerkte, beschloß ich, wenn ich nach Jerusalem gesendet würde, Alles, was in meiner Kraft stünde, für dasselbe zu thun. Aber aus Mangel an den rechten Werkzeugen fand ich es M schwierig etwas zu beginnen, bis ich einen armen Mann fand, der, nachdem einige Jahre vorher eine Bibel in seinen Besitz gelangt war, ihren Inhalt ruhig gelesen und durchforscht hatte, und zur Erkenntniß und Liebe der Wahrheit hindurchgedrungen war. Ich sandte ihn als Schriftvorleser in das Land im Winter von 1847 zu 1848, und wohin er kam, da fand er Zugang bei dem noch nicht von Vorurtheilen eingenommenen Volk. Wenn er seine Bibel in den Straßen oder an den öffentlichen Plätzen der Städte, in Dörfern und in den Zeltlagern der Araber aufschlug, sammelte sich das Volk um ihn und horchte zu, manchmal unter allgemeiner Bewegung, während Einige, die lesen konnten, Bibeln kauften. Die Priester schliefen und das Feld war reif zur Ernte. Ich beeilte mich deshalb die Kirchliche Missionsgesellschaft zu bitten, Arbeiter in dieses Feld zu senden. Aber 3 Jahre vergingen, ehe sie solche senden konnten, und diese wieder brauchten lange Zeit die Sprache zu erlernen. Unterdeß hatte ich Schulen in Nablus, Nazareth u. s. w. eröffnet, und einige Leute an mehreren Orten, wie in den ebengenannten Städten und in Jerusalem gesammelt. Als die Missionare 1851 kamen, rieth ich ihnen diese 3 Plätze als ihre Hauptstationen innezuhalten; sie thaten es: der Rev. F. A. Klein in Nazareth, Di'. Sandretzki in Jerusalem und der verstorbene Bischof Bowen in Nablus. Das war der schwache Beginn der Mission unter den Eingeborenen Palästinas. Die Hierarchie hatte sich schon aus ihrem Schlummer erhoben, als diese Missionare ankamen. Wir haben seitdem unter vielen Schwierigkeiten und trotz mächtiger Opposition, die ich jetzt nicht beschreiben will, gearbeitet. Es genüge zu sagen, daß jetzt ungefähr 1000 eingeborene Protestanten hin und her zer-