Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 3-4 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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83 Aus dem Jahresbriese des Bischof Gobat zu Jerusalem. Wie in früheren Jahren fühle ich es wieder als meine Pflicht und als mein Vorrecht an den 21. Januar zu erinnern, an dem wir diesmal (1872) den 30. Jahrestag der Ankunft deS ersten protestantischen Bischofs in Jerusalem zu feiern gedenken, und gleiche zeitig den 32. Jahrestag der Einweihung der Christuskirche auf dem Berge Zion. Je mehr ich im Alter vorschreite, desto mehr fühle ich die Wichtigkeit einer jeden Jahresfeier, die darauf berechnet ist, uns an alle die Ereignisse noch einmal zu erinnern, die mit dem Reiche Gottes zusammenhingen; und bei unserer jährlich wiederkehrenden Festfeier ist dies doppelt wichtig, da dieselbe sich auf die Einführung des Evangeliums von der Erlösung in diese Stadt und in dieses Land bezieht, deren Einwohnern: Juden, Namenchristen und Muhamedanern es viele Generationen hindurch verborgen geblieben ist. Das Fest spricht zu dem Verstände,, zu dem Herzen und zu dem Gewissen aller Gläubigen, und besonders derer, welche direkt in dem Werke der Wiederherstellung der Trümmer „der Tochter Zion" beschäftigt sind. Es fordert zu einem Rückblicke auf das auf, was in dem vergangenen Jahren geschehen ist; verglichen mit der Größe des Werkes, das noch zu thun bleibt, freilich eine fast überwältigende Arbeit; es ladet uns ein, dcmüthig zu gedenken aller der Züchtigungen und Segnungen, mit denen der Herr uns heimgesucht hat, und aus ihnen Nutzen zu zieh,,. Es fordert unsere Herzen auf, sich zu freuen und zu danken für allen Erfolg, mit dem der gnädige Gott bisher unsere schwachen Bemühungen zum Zeichen seiner Gnade bisher gekrönt hat; auf der anderen Seite ist es aber auch eine Aufforderung mitzufühlen und mitzutrauern über das geistliche und zeitliche Elend derer, unter die uns unser Loos gestellt hat. Zuletzt aber ist es auch eine Ermahnung an unsere Gewissen, uns selbst vor Gott zu prüfen, um es zu erkennen, wie weit wir denn in der Wirklichkeit der gnädigen Absicht Gottes, die uns hierher gesandt, entsprochen haben, wie weit wir