Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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26 Mitglied der Brüdergenieine zu werden. Ich erhielt zwar Arbeit, aber die Erlaubniß zur Gemeine wurde mir für jetzt noch nicht zu Theil, weder in Herrnhut noch in irgend einem andern deutschen Brüder-Gemeinorte. Es wurde mir daher von den Brüdern gerathen, mich den Winter über in Altona oder Hamburg aufzuhalten, und mich an die dortige Brüder-Societät anzuschließen. Der Societäts-Arbeiter, Bruder Busch, empfing mich freundschaftlich, und verschaffte mir ein Unterkommen bei einem SocietätSbruder, da ich dann den Winter hindurch allerhand Arbeit zu verrichten hatte. . Bruder Busch riech mir, in Christiansfeld um Erlaubniß zur Gemeine anzuhalten, was ich unverzüglich that. Bald darauf erhielt ich Antwort und die Erlaubniß, im Spätjahr hinkommen zu dürfen, mit dem Versprechen, daß man Sorge tragen werde, mir Arbeit zu verschaffen. Am 12. November 1791 kam ich dann in Christiansfeld an und bezog die Fremdenstube des Brüderhauses. Anfänglich bekam ich Arbeit in der Färberei; als aber gegen Neujahr starke Kälte eintrat, mußte das Färben eingestellt werden, und somit hörte die Arbeit für mich auf. Nach diesem kam ich zu meinem früheren Bekannten, dem Bruder Sültmann, in die Apotheke. Im Frühjahr wurde mir von dem Vorsteher des Brüderhauses angetragen, in der Stärke-Fabrik und Wäscherei zu arbeiten, was ich willig annahm. Allein beim Stärketreten zog ich mir öfters Verkältungen zu und bekam Seitenstechen, weshalb ich die Krankenstube beziehen mußte. Nach meiner Wiederherstellung ging ich wieder an meine Arbeit. Da aber mein früheres Uebel stch wieder einfand, so erklärte der Arzt, daß ich meiner Gesundheit wegen nicht länger bei diesem Geschäft bleiben könne. Es wurde mir daher aufgetragen im Garten zu arbeiten. Als im Herbst diese Beschäftigung ihre Endschaft erreichte, stellte mich Bruder Krause an eine andere Arbeit. Da nämlich im kommenden Frühjahr der Bau des Flügelgebäudes am Brüderhause vorgenommen werden sollte, so trug gedachter Bruder mir auf, den Winter über die alte Seifensiederei und andere kleine Gebäude abzuhrechen und den Erdboden zu ebnen. Im Februar wurde der