Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Kapitel 8 Samuel wird getauft und verläßt um Christi willen Weib und Kind (Luc. 14, 26). Nach meiner Ankunft in Berlin besorgte Pastor Jänike eine kleine Wohnung für mich in der Nähe seines Hauses, und ertheilte mir täglich zwei Stunden Unterricht in den Wahrheiten der christlichen Religion, wobei er sich des hebräischen Alten und des deutschen Neuen Testaments bediente. Nach 16 wöchiger Unterweisung wurde mein Tauftag auf den 13. Juli 1787 festgesetzt. An gedachtem Tage fuhr ich in Begleitung eines meiner Taufpathen nach der böhmischen Bethlehems-Kirche. Daselbst hatte sich eine solche Menschenmenge versammelt, daß wir nicht durch die Kirchthüren hineinzugelangen im Stande waren, sondern durch die Sacristei gehen mußten. Hier fand ich schon meine andern Pathen vor dem Tische sitzend. Nach einem Vortrag des Pastor Jänike begann die feierliche Handlung. Pastor Jänike fragte mich nach meinem Glaubensbekenntniß ungefähr folgendermaßen: „An Gott Vater Jehovah glauben alle Juden; glaubest Du nun auch an den Sohn Gottes, vom Vater ausgegangen, und an Gott den heiligen Geist?" Nachdem ich diese und mehrere Fragen beantwortet hatte, taufte er mich in den Tod Jesu, bei welcher Gelegenheit mir die Namen Johann Samuel Reinhold beigelegt wurden. Meine Zunamen erhielt ich von den Brüdern Johann Lauterbach und Samuel Liebisch, meinen künftigen Stammnamen aber von dem Bruder Reinhold Dombrowökp. Meine Taufe ward an einem Freitag vollzogen, an welchem Tage auch die Versammlung für die Geschwister der Brüder-Societät in Berlin gehalten zu werden pflegte. Ich erhielt Erlaubniß, derselben mit beizuwohnen, und wurde sodann in die Brüder-Societär feierlich ausgenommen. Bruder Dombrowsky empfahl mich in dieser Versammlung angelegentlichst dem Gebet und der Fürbitte der Geschwister.