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Dibre Emeth · 1872-01-01 · 1-2 (1872) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
28 (1872)
Issue
1-2 (1872)
Date
1872-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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18 Europa zurückzukehren, des Sinnes, bei irgend einem christlichen Lehrer mich in den Unterricht zu begeben; denn bisher war mir die christliche Religion völlig fremd geblieben. Kapitel 3. Neue Schwierigkeiten. Die Rückreise ging glücklicher von Statten, und wiewohl wir genöthigt waren, einen Umweg von 200 Meilen zu machen, gingen wir dennoch nach 6 Wochen im Texel vor Anker. In Amsterdam angekommen, überlegte ich, ob ich dort bleiben solle. Weil aber daselbst viele Juden sind, so beschloß ich nach Leipzig zu reisen, in der Hoffnung, dort Unterricht in der christlichen Lehre erhalten zu können. Daselbst langte ich gerade zur Neujahrömesse an. Der Wirth in dem Gasthof, in welchem ich einkehrtc, empfing mich freundlich und versprach mir gute und wohlfeile Bewirthung. Dev vielen ankommenden Gäste wegen fand er jedoch keine Zeit, mich zu fragen, woher ich käme, und was meine Geschäfte wären. Unter den Gästen bemerkte ich einen Prediger mit seiner Frau und einem Sohne, und vernahm später, es sei Pastor Otto*) von Döbernitz gewesen, welcher seinen Sohn, der Erlaubniß zur Brüdergemeine erhalten, den Brüdern, die zur Messe in Leipzig waren, und mit denen er reisen sollte, empfohlen hatte. Als sich des Abends die meisten Gäste entfernt hatten, fragte mich der Wirth, was meine Geschäfte wären, und woher ich käme. Als er hörte, daß ich kein Handelsmann, sondern ein jüdischer Gelehrter sei, so entspann sich zwischen uns ein Gespräch über Religion. Zu diesem Manne faßte ich Vertrauen, entdeckte ihm mein Vorhaben, und bat ihn um Rath hinsichtlich eines Predigers, worauf er mir riech, des folgenden Tages zum Doctor und Professor Rosenmüller zu gehen. Dies that ich und brachte bei demselben mein Anliegen an. Er empfing mich sehr freundlich, holte die heilige Bibel herbei, zeigte mir mehrere *) f 1824 in Küpper.

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