Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 28 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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3 Schiffe im Terel lägen, die ehestens dahin abgehen würden, auf deren einem mir mein Freund einen Platz zu einem billigen Preis verschaffte. Tages darauf ging ich unter Segel. Anfangs hatten wir günstigen Wind; bald aber war er uns ganz entgegen, deshalb wir beständig laviren mußten. In einer Nacht entstand ein so heftiger Sturm, daß Alle glaubten, das Schiff werde untergehen. Mir war dabei schrecklich zu Muthe, denn ich dachte: „Wie wird es dir dort in der Ewigkeit gehen, wenn du jetzt umkommen solltest?" Bei Tagesanbruch legte sich zwar der Sturm, doch behielten wir Gegenwind, so daß wir bis nahe vor die Bucht von Paramaribo zu laviren genölhigt waren. Unsere Freude war um so größer, als wir endlich nach einer überaus beschwerlichen 11 wöchigen Reise uns dem ersehnten Ziele näherten. Der Kapitän zeigte unsere Ankunft in der Stadt an, worauf die Namen der Passagiere durch einen Herold auf allen Straßen ausgerufen wurden, da denn auch mein Name unter den Juden bekannt wurde. Tages darauf gingen wir in der Nähe von Paramaribo vor Anker. Da es ein Freitag war, so ersuchte ich den Kapitän, mich an's Land zu setzen, weil der Sabbath bald «»gehen werde. Als ich gelandet war, wurde ich sogleich von einem der Vorsteher der Judenschaft bewillkommt, mit dem Ersuchen, den Sabbath über sein Gast zu sein. Hier nun hatte ich Gelegenheit, mit den Vorstehern und Plantagenbesitzern sogleich bekannt zu werden, die Alles aufboten, mir meinen Aufenthalt daselbst so angenehm wie möglich zu machen, und mich in alle Gesellschaften meiner Glaubensgenossen einsührten. Die jüdischen Plantagenbesitzer in der Stadt luden mich gleichfalls ein, mit ihnen ihre Plantagen zu besuchen, wo es sehr munter herging; und dies Leben fing an mir wohl zu gefallen. Doch dies Alles wollte bei mir nicht Stich halten: ich fand nirgends die. gewünschte Zerstreuung, und oftmals wiederholte sich in meinem Innern die Stimme laut und vernehmlich: „Sollte ich nicht doch zum Christenthum übergehen, um dadurch vielleicht Ruhe für meine Seele zu finden?" In der Stille beschloß ich daher, mit dem nämlichen Schiff nach