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Dibre Emeth · 1872-01-01 · 1-2 (1872) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
28 (1872)
Issue
1-2 (1872)
Date
1872-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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9 alle ihm zukommenden Gebühren doppelt zu bezahlen, allein vergebens; die Antwort war: es sei eine Schande für ihre Tobten, wenn die, welche an ihrem Orte gestorben wären, nicht auch daselbst begraben würden. Die Leiche meines Vaters mußte also dort beerdigt werden. Von alle dem hatten die Meinigen zu Hause nichts erfahren. Als wir nun ankamen, und meinen Vater weder lebendig noch todt mitbrachten, entstand großer Jammer und viel Wehklagens in der ganzen Familie. Meine Mutter ward in die tiefste Trauer versetzt; denn sie hatte 4 noch unerzogene Kinder. Auch den Großeltern ging der Verlust ihres einzigen Sohnes tief zu Herzen. — Da die Juden glauben, daß sie nach diesem Leben ins Fegfeuer kommen, so sind diejenigen Eltern, welche keinen Sohn hinterlassen, um so schmerzlicher über einen Verlust der Art betrübt, da es dem Sohne obliegt, das ganze Trauerjahr hindurch die Gebete in den Synagogen, so wie die Tischgebete zu verrichten, was, wie sie vermeinen, den Hingeschiedenen in jenem Zustand zur Erleichterung gereicht. Denn die Juden glauben, daß sie Alle das Himmelreich ererben, was im Talmud mit Jesaia 60, 21 bewiesen wird: „Dein Volk sollen eitel Gerechte sein, und werden das Erdreich besitzen ewiglich, als die der Zweig meiner Pflanzung und ein Werkmeiner Hände sind, zum Preise." Wiewohl nun die Juden gar wohl wissen, daß sie Sünder sind, und daß Gott ein gerechter Gott ist, der die Sünden nicht ungestraft hingehen läßt, so giebt ihnen darüber der Talmud folgende Erklärung: „Zwar haben alle Juden, wenn sie nur nicht vom Glauben abfallen, d. h. Christen werden, gegründete Aussicht, dereinst das Himmelreich zu ererben; aber vorher kommen sie für längere oder kürzere Zeit in ein Fegfeuer, dessen Pein den Abgeschiedenen durch die Fürbitte der Kinder erleichtert werden kann." „Geht aber ein Jude zum christlichen Glauben über, so hat er nicht die Gnade ins Fegfeuer zu kommen, um dort seine Sünden abzubüßen, sondern seine Seele schwebt von einem unreinen Thier zum andern und geht ewig verloren." Gott sei Lob und Dank, daß ich eines Besseren überzeugt

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