Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 11-12 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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185 So sehen wir eine gnädige Vorsehung durch mancherlei Mittel die Wege uns zubereiten, und sollten wir deshalb nicht auch unser Theil dazu thun, um in das direkte MisfionSwerk einzutreten? Jetzt freilich können wir nur dem H. Janasch in Plochocin und den Pastoren Gurland und Faltin in Kischinew helfen; aber jeder Beistand, der ihnen in ihrer Arbeit gewährt wird, wird wohl angebracht sein. Doch das dürste nicht Alles sein, eine äußerste und letzte Anstrengung müßte gemacht werden, noch einmal wieder die Erlaubntß für den freien Eintritt von Judenmissionaren in ganz Rußland und Polen zu erlangen; denn von dem russischen Reich kann man wohl sagen: »die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige." Stephan Schultz. Ein Beitrag zum Verständniß der Juden und ihrer Bedeutung für das Leben der Völker von J. de le Boi. Gotha bei F. A. Perthes 1871. Es liegt auf der Hand, daß die Verbindung zweier Aufgaben, sowohl die Biographie eines Judenmissionars aus dem achtzehnten Jahrhundert zu geben, als auch die Judenfrage der Gegenwart vorzuführen, große innere Schwierigkeiten darbieten mußte. Doch muß der Referent bekennen, daß ihm das hier gezeichnete Lebensbild mit so vielen frischen Zügen originellen Geistes und freudigen Glaubens, wie sie den Lebenslauf des auf dem Titelblatte obenan genannten Mannes, welcher die Juden in drei Welttheilen ausgesucht, schmückten, sehr gefesselt hat. Auch wird man dem Verfasser Recht geben müssen: Viele Erweise solches Christussinnes, solches judenfreundlichen Sinnes — und die Judenfrage der Gegenwart stände einer seligen Lösung näher.