Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 11-12 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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1.81 nen ich in Berührung kam, Einer wie der Andere das Wort Gottes mit Freuden annahmen, wobei sie übrigens, der Regel nach, die deutschen Psalmen allem Anderen vorzogen. Es ist wahr, die deutsche Armee ist eine schöne Repräsentation der ganzen deutschen Nation, und es ist eben so wahr, daß die jüdischen Soldaten in diesem Heere wieder eine schöne Repräsentation der deutschen Juden sind. Deswegen fürchte ich keinen Widerspruch zu erfahren, wenn ich sage, daß Missionsgesellschasten, die mit Erfolg unter den Juden in Deutschland arbeiten wollten, Männer daselbst verwenden müssen, die nicht bloß in der rabbinischen Lehre heimisch und mit der jüdischen Controverse bekannt sind, sondern zugleich Männer von Bildung, Männer, die auf der Höhe der heutigen deutsch-theologischen Wissenschaft stehn. Sollte Jemand daran zweifeln, so möge er die deutschen Juden fragen, was sie z. B. von der Thätigkeit des Professor Cassel in Berlin denken (Missionar der Londoner Gesellschaft), der ein Mann der Art ist, wie ich sie bezeichnet habe. Er wird dann bald merken, daß ein solcher Mann Misstonsarbeit weit über den Kreis von Juden hinaus, mit dem er in Berührung kommt, thut. Natürlich findet man einen Missionar, der so hervorragend ist, wie Professor Cassel, nicht alle Tage, aber nur Arbeiter, die, wenn sie auch gegen ihn selbst zurückstehn, doch würdige Kollegen eines solchen Mannes genannt werden können, werden im Stande sein, ihre eigene Stellung mit Erfolg gegen die schlauen Angriffe zu behaupten, welche das Judenthum in Deutschland gegen das Christenthum richtet. Alle Erinnerungen, welche ich von meinem sehr bedeutenden Verkehr mit Juden mitgenommen habe, gehen nach dieser einen Richtung hin. Laßt das Christenthum den deutschen Juden nur durch Männer entgegengebracht werden, die es auch seiner selbst würdig vertheidigen können, und der gute Erfolg wird unfehlbar bald gefühlt werden. Sehr weise betonte Professor Delitsch in der vorjährigen Versammlung der Judenmifstonare mit solchem Nachdruck die Nothwendigkeit, die letzteren auch mit einer höheren Bildung auszurüsten; aber bis jetzt, es thut mir leid,