Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 9-10 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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148 ausreden kann, erst dann wird er Israel zur Beute empfangen; denn alsdann wird dasselbe mit dem Bekenntniß seiner Schuld vor ihm sich beugen und wird den Frieden in seinen Wunden finden. Ein unter Israel als Verbrecher im Gericht Getödteter und ein darnach zum neuen Leben Erweckter wird hernach mals der Erhöhte und Hocherhabene dieses Volkes sein. Einen Messias aber in diesem Sinne wollen Isaak und sein Volk nicht anerkennen. Mit Recht weist der Erstere einen bloßen Lehrer, den ihm Cineas statt des bloßen Königs entgegenstellte, zurück; mit Recht weist er darauf hin, daß ja die Propheten allzumal Lehrer gewesen seien und doch nichts ausgerichtet hätten. Aber er zieht daraus nicht etwa den naheliegendsten Schluß, daß der Zustand ihrer Herzen ein solcher sei, welcher es verhindere, die göttliche Lehre nun auch wirklich zu üben und zu thun; seine Folgerung ist nicht, daß Einer für sie nöthig sei, der die Herzen umwandele, damit sie den Lehren Gottes zu gehorchen im Stande wären; nein, auf ihrer Seite wird die alte Herzensverderbtheit übersehn und vielmehr wird an Gott die Forderung von Lohn gerichtet. Gott soll nur einen König senden, welcher das Verlangen Israels nach Ruhm, Größe, Herrlichkeit und Wohlleben stillt, so wird es alsdann auch mit der Sünde Israels ein Ende haben. Dieser Messias hat daher den Zweck, die selbstsüchtigen Begierden Isaaks zu befriedigen, das sündliche Wesen desselben mithin recht zu verfestigen, und hat nicht den Zweck, die Herzen heilig zu machen, wie Gottes Herz heilig ist, das Leben rein zu machen, wie Gottes Leben rein ist. Darnach entscheidet sich die Stellung Isaaks und seines Volkes zu Jesu Christo. Derselbe hat es gewagt, Israel zu sich zu rufen, als könne er allein eine Versöhnung zwischen ihm und Jehovah stiften. Eine schwerere Sünde konnte er nicht begehen. Denn von Israel zu verlangen, den als seinen Messias zu erkennen, der seinen Lebensberuf darin vor Allem findet, von dem Gottesvolke zu fordern, daß es in sich gehe, daß es von sich selbst bekenne, Jehovah's durchaus unwerth zu sein; von Israel zu fordern, daß es nach einem Mittler verlangen lerne, welcher