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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
9-10 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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141 Nachdem nämlich die Offenbarung Gottes zwei Jahrtausende hindurch ohne dieses Werkzeug geschehen war, nachdem Gott seinen Willen und seine Verheißungen während eines so langen Zeitraumes, ohne erst ein Israel hierfür zu erwecken oder zu bedürfen, kund gethan Hatte, bereitet er sich, seitdem er die Menschheit in Völker zertheilt hat, ein Volk, welchem er den Beruf gibt, das Organ seiner Offenbarungen zu sein. Dem Zwecke sollte dann dieses Volk, Israel, so lange dienen, bis der Rath Gottes erfüllt und die in Völker zerspaltene Menschheit im Gehorsam des lebendigen Gottes wieder eins geworden wäre. Und eben dieser Beruf Israels sollte zu seiner Vollendung, zu seinem Ziele durch einen Messias geführt werden. Weil eS der Messias jedoch mit einem sündigen Volke und mit einer sündigen Menschheit zu thun hat, so heben die Propheten an demselben zwei Seiten hervor. Die eine derselben ist allerdings sein königliches Amt. Als König soll der Messias zuletzt dem Volke Israel unter den übrigen Völkern eine besondere Stellung bereiten; durch sein Thun soll es der Mittelpunkt in der großen Völkerwelt werden, und alle Anderen sollen sich um Israel, als um das Volk, welches zuerst ein rechtes Gottesvolk geworden ist, mit fröhlicher, dankbarer Anerkennung sammeln; denn die Anderen werden es dann von Israel lernen, statt Völker mit bloßem Erdenberufe zu bleiben, Völker Gottes und eine einzige Gemeinde seines Namens zu werden. Ehe das aber geschehen kann, muß der Messias zuerst an Israel eine Knechtsarbeit, eine Arbeit mit Blut und Wunden, als der Allerverachtetste und Unwertheste gethan Haben. Zuvor muß er eben Israels Sünde und Unreinigkeit Hinwegthun, zuvor das Opferlamm für die Miffethat desselben geworden sein. Und die Sünde Israels wird so tief gefressen haben, daß ihm erst die Schmach und Schande, die Plagen und Matter, welche der Messias in der harten, in der Knechtsarbeit für sein Volk erleidet, hernachmalö die Augen öffnen werden. Ja erst, nachdem er aus der Angst und dem Gericht hinweggerissen ist und darnach ein Leben empfangen hat, dessen Länge Niemand 10*

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