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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
9-10 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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145 den Inhalt haben, die Bahnen zu eröffnen, auf denen die Juden endlich zu der ihnen gebührenden Höhe gelangen, damit Aller Augen von diesem Centrum her ihr Licht empfangen. Im eigenen Interesse der Menschheit liege es nun freilich, so denkt dieses Judenthum, dem jüdischen Volke bald und ohne Widerstand die geschilderte Stellung einzuräumen, aber dieselbe sei zu blind, und so müsse denn Israels Schwert nachholen, was durch andere Mittel nicht zu erreichen sei. Greife aber Israel zum Schwert, so müsse es auf jeden Fall siegen. Die Römer mögen die ganze Welt unterwerfen, sie mögen Tausende und aber Tausende aus allen Völkern gegen das kleine Häuflein der Juden ins Feld führen, sie sollen es gerade dabei um so ernster erleben, daß sie gegen dieses eine Volk völlig ohnmächtig seien. Ein Paar Juden mit den Waffen in der Hand, für Israels, des Gottesvolkes Ehre kämpfend sind ganz von selbst die Sieger über die Besieger des Erdkreises. Alle Gründe können gegen diese Ueberzeugung nichts ausrichten. Die Unterwerfung der Welt soll Israel aber, nach Isaaks Gedanken, unter der Anführung des Messias erringen. Das Amt desselben kann nur sein, als Herrscher und König dem Volke voranzugehen, um für dasselbe und mit demselben den letzten Sieg über die Menschheit zu erstreiten. Eine politische Stellung ist es, welche dem Messias angewiesen wird, und eine theokratischpolitische Stellung soll er den Juden erobern. Jeder Messias, der nicht zu diesem Zwecke in Israel erscheint, muß daher ein Betrüger sein. Mögen an demselben noch so lockende Eigenschaften hervortreten, mag er in Tugend und Gottesfurcht Alle zu überragen scheinen, mag er selbst Wunder und Thaten unaussprechlicher Liebe vollbringen, so muß das Alles doch als Blendwerk und Betrug angesehen werden, wenn er das Volk Israel nicht zur Herrlichkeit führt, oder es wohl gar zur Demuth und zum geduldigen Verharren in seiner Niedrigkeit ruft. Zweck und Aufgabe des Messias ist eben diese Niedrigkeit endlich abzuwenden und dem jüdischen Volk die ersehnte Glorie zu bringen; allein hierzu wird er von Gott gesendet. 10

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