Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 9-10 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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y 148 und aufopfernder Dankbarkeit, er bezwingt sich auch denen gegenüber, die ihm aus nationalen Rücksichten wie Todfeinde erscheinen, wenn dieselben an seine Hilfe gewiesen find. Eine einzige, gewaltige Leidenschaft erfüllt ihn dagegen, und diese allein ist es auch, welche ihm nicht bloS die sonst ganz außerordentliche Nüchternheit in der Beurtheilung und Verwerthung praktischer Lebensverhältnisse völlig raubt, sondern welche auch die Sprache des Herzens schweigen heißt, um ihn Blut und Krieg und Brand und Hunger und Pest für Nichts achten zu lassen; das Herz verstummt, wo diese Leidenschaft in den Vordergrund tritt, und hätte keine Bedenken, wenn um ihretwillen auch die ganze Welt in Brand gesteckt würde; sie macht ihn in der That zu einem Doppelwesen, das die äußersten Gegensätze in sich vereint. Alle seine Lebenöanschauungen über Gott und Menschen haben sich nämlich aus der leidenschaftlichen Ueberzeugung herausgebildet, daß der Gott Israels und das Volk der Juden unendlich erhaben sein und bleiben müssen über Alles, was je Gott oder Volk genannt werden möchte. Dabei ist aber wieder die unendliche Erhabenheit des Jüdischen über jede Erscheinung auf dem ganzen übrigen Menschheitsgebiete der Ausgangspunkt alles Denkens bei Isaak. Von diesem Punkte her gewinnt für ihn Alles seine Gestalt. Gerade von dort her haben auch seine Vorstellungen über Gott ihre bestimmte Art empfangen. „ In seinen Göttern spiegelt sich der Mensch/ und der Gott Isaaks ist allerdings das Spiegelbild seines eigenen innersten Wesens. Die christliche Vorstellung von Gott beschreibt als das eigentliche Wesen desselben die Liebe. „Gott ist die Liebe," sagt das Reue Testament, wenn sie auf das Letzte in Gott zurückgeht. Gerade daraus erklärt es sich ja auch, daß die christliche Kirche eine Dreieinigkeit lehrt; denn Liebe setzt das Vorhandensein von mindestens Zweien voraus. Lieben heißt, sich selbst einem Andern dahingeben; und Gott wäre nicht Liebe,in seinem Wesen, wenn er die ewige Hingabe des Jchs an ein Du in sich selbst nicht ewig geübt hätte. „Helena" stellt daher allen anderen Vorstellungen von Gott als die christliche mit vollem Rechte