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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
9-10 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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141 Hände, eilten hinein und heraus und trieben einander an, daS Heiligthum zu retten, bis ein merkwürdiger Anblick Aller Aufmerksamkeit auf sich zog. Auf dem Dache war ein Mann, das Schwert in der Hand, mit Blut der Schlacht befleckt und vom Rauche des brennenden Hauses geschwärzt. Einen Augenblick stand er bewegungslos auf einer Seite, die vom Feuer noch unberührt war, und schaute in die Flammen, die von der anderen bis zum Himmel empor stiegen. Cineas, der mit der Menge hinaufschaute, erkannte das Gesicht Isaaks. Noch wenige Augenblicke blieb derselbe regungslos stehen. Dann ging er vor und schleuderte sein Schwert in die Flammen; endlich erhob er seine geballte Faust gegen den Himmel und schrie, indem er aufblickte, mit lauter, durchdringender Stimme: „O Gott Abrahams! Wie hast du des Volkes gespottet, das dir vertraut hat!" Im nächsten Augenblicke stürzte er sich in die lodernden Flammen. Die Geschichte der Zerstörung Jerusalems bezeugt es, daß uns hier ein Bild voll erschütternder Wahrheit gezeichnet worden ist. Dieser Isaak ist in der That ein Repräsentant des jüdischen Volkes seiner Tage, und in den tiefgreifendsten Beziehungen des nachchristlichen Judenthums überhaupt. Der Verfasser hat wohl daran gethan, alle natürlich häßlichen Züge, welche in dem jüdischen Stamme hervortreten, bei Seite zu lassen. Es ist gut, daß er den Isaak selbst mit dem innersten Abscheu gegen den größten Theil der eigentlichen Führer seines Volkes in den Tagen des römischen Krieges erfüllt darstellt. Keine niedrigen Leidenschaften, kein persönlicher Ehrgeiz, kein natürliches Wohlgefallen an Hader und Streit beherrschen ihn. Er fühlt alles bittere Weh seiner Tage, er trägt mit unter dem Jammer der Anderen, er hat ein Herz voll edler,

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