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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 9-10 (1871) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
9-10 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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133 ihr mich zurückhaltet; aber wenn du sagst, daß ich frei bin, so muß ich gehn." „Willst du nicht als Freund bei uns bleiben?" „Keine Stunde." „Nicht um Labeos willen?" „Ich habe eine andere Liebe, die stärker ist." „Hast du Verwandte?" „Israel!" rief Isaak tief bewegt, „mein Volk ist meine stärkste Liebe; für Israel will ich gern mein Leben hingeben." Daß ihm Cineas die Gefahr für sein Volk unter dem stets siegreichen Fortschreiten der Römer warnend entgegen hält, erschüttert ihn nicht, denn er bestreitet durchaus die Hoffnungslosigkeit ihrer Lage. Das Wort: die Römer sind bisher siegreich gewesen, erweckt nur die Antwort: „die Zeit wird kommen, wo das Alles anders sein wird. Gott regiert; darum werden die Völker zittern." „Dein Gott hat aber bis jetzt nichts gethan!" „Unser Gott kann verziehen. Er ist geduldig. Er weiß seine Zeit. Mit unendlicher Weisheit wacht er über der Welt und greift ein, wenn die von ihm bestimmte Stunde kommt." „Bald wird nichts mehr zu retten übrig sein." „Dahin wird's nicht kommen." „Selbst dann nicht, wenn Jerusalem -fallen wird und der Tempel in der Gewalt römischer Soldaten ist?" „Jerusalem", rief Isaak sich erhebend, „die heilige Stadt! Jerusalem wird nie fallen! Der Tempel wird nicht verunreinigt werden. Sollten auch die römischen Soldaten so weit Vordringen, so wird dann Gott eingreifen und der Welt beweisen, daß Er im Regiment sitzt. Möge mir verliehen werden, so lange zu leben, dann werde ich mit Freuden sterben." Die Frage, ob er, wenn keine Hoffnung bliebe, dann nicht wenigstens sein Volk überleben möchte, beantwortet er mit Rein, aber er stellt derselben seinen Glauben entgegen, an dem er festhalten werde, bis der Tod sich naht. „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und daß Er am Ende auf dieser Welt erscheinen wird." Diese Worte hatte Cineas schon früher, aus Christenmunde und

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