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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 7-8 (1871) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
7-8 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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106 besleben der drei Personen um so mehr veranlaßt, die kalte Zahl Eins zu retten und recht scharf herauszustellen. Ueberhaupt aber ist das ganze jüdische Bekenntniß bei Maimonides sowohl, als bei allen seinen orthodoxen Nachfolgern und nicht weniger bei den Reformern deutlich davon beherrscht , den Gegensatz gegen das Chlistenthum möglichst scharf hervortreten zu lassen. In einem Stücke berühren sich übrigens der christliche Rationalismus und das Judenthum; in der Lehre von Gott tritt nämlich für beide in hervorragendem Maße das Bedürfniß hervor, ein letztes höchstes Wesen mit ihren Schlüssen zu erreichen, für ihr Denken zu einem letzten Ergebniß zu gelangen. Man will beiderseits ein äußerstes Denkresultat gewinnen, und eben daher wird die Beschreibung Gottes eine so begrifflich kalte. Weil ferner das Judenthum und der christliche Rationalismus keinen Erlöser nöthig zu haben meinen, sondern nur einen Gott, der das Erdenleben des Menschen möglichst schön und angenehm gestaltet, darum wissen beide wohl von Eigenschaften Gottes, welche er zu diesem Zwecke besitzen muß, d. h. von Allmacht, Allwissenheit, Güte und dergleichen, aber nicht von einem „Gott—Erlöser" oder „Gott — heiligen Geist." Das Bewußtsein der eigenen Vortrefflichkeit beherrscht bei Juden und Rationalisten auch ihre Vorstellung von Gott. Sehr energisch ist deshalb in dem Bekenntniß des Maimonides und Mendelssohn der Widerspruch gegen die Person Christi, wie derselbe in den Artikeln von der Anbetung und von dem Vorzüge Mostö zum ganz bestimmten Ausdruck kommt. Nicht minder deutlich tritt die Opposition gegen das Neue Testament in den Erklärungen über die Gesetzgebung und ihre Unveränderlichkeit hervor. Auch hier beherrscht der Gedanke an die völlig ausreichende eigene Güte und Gerechtigkeit so sehr die religiöse Ueberzeugung, daß es für einen neuen Bund, für eine Versöhnung in Christo, für eine innere Umwandelung des eigenen Herzens gar keine Stelle gibt. Ganz besonders drängt sich die jüdische Selbstschätzung aber in dem Umstande hervor, daß diese 13 Glaubensartikel eigentlich fast nur die Juden berücksichtigen und alle Anderen so ziemlich ver-

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