Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 7-8 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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105 12. Messias. Ich erkenne für wahr und gewiß, daß die Kinder Abrahams, Isaaks und Jacobs nicht immer von dem gelobten Lande entfernt und unter anderen Nationen zerstreut leben werden, sondern Gott wird zu einer Zeit, die ihm allein bekannt ist, aus dem Hause Davids ein gesalbtes Haupt erwecken, das dieseL Volk wiederum zu einer freien Nation machen und in dem Lande seiner Väter über sie regieren wird. 13. Auferstehung. Ich erkenne für wahr und gewiß, daß Gott nach dieser Zeit die Tugendhaften, welche sich seiner höchsten Gnade würdig gemacht, vom Tode erwecken und auferstehn lassen wird, damit sie Theil nehmen an der Glückseligkeit ihrer Kinder und Nachkommen. Dieses Glaubensbekenntniß von Mendelssohn stimmt allerdings mit den 13 Glaubensartikeln des Maimonides (1134—1204) in so hohem Grade überein, daß es nicht nöthig ist, die letzteren an dieser Stelle zur Vergleichung anzuführen. Jene 13 Artikel sind in das jüdische Gebetbuch übergegangen und werden gewöhnlich als das eigentliche Bekenntniß des Judenthums betrachtet. Die durch Mendelssohn eingeleitete Bewegung, die sogenannte Reform steht freilich bei Weitem nicht mehr auf der Grundlage ihres Meisters; höchstens von der jüdischen Orthodoxie in den Ländern der Culturvölker kann man noch sagen, daß sie den Glauben eines Mendelssohn theilen. Mendelssohn galt zu seiner Zeit für die Meisten Juden als ein Apostat, heute müßte er zu den Allerorthodoxesten gezählt werden. Charakteristisch für die 13 jüdischen Glaubenssätze aber iß nicht bloß in der Zeit des Maimonides, sondern ebenso auch 600 Jahre später das Folgende: Einmal die Starrheit und Leblosigkeit ihres Gottesbegriffs; fast geflissentlich dringt man darauf, als Letztes in Gott eine abstrakte Eins zu behalten. Man sah sich gegenüber der lebendigen Bewegung innerhalb der Dreieinigkeit, gegenüber dem ewigen Lie-