Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1871-01-01 · 5-6 (1871) · page 23

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
5-6 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554789-2554793--05570-2561531
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

» 87 Ich setze dabei zum Voraus, daß man sich nicht mik einem Jeden in ein Gespräch von Jesu Christo einlaffen kann, sondern nur mit Solchen, welche entweder selbst eine Unterredung suchen * oder wo man sonst keine Bedenken findet, daß es übel angewandt sein möchte. Und dabei müssen sie fühlen, daß man selbst eine brennende Liebe zu seinem Heilande und eine aufrichtige Liebe zu seinem Volke Israel hat. Ein Jude sagte einmal zu vielen Anderen von mir: „Der hat den Tholah (den Gehenkten) so lieb; wenn Ihr ihm lange zuhört, so macht er, daß Ihr Alle den Tholah lieb kriegt." Und daß ich ein großer Oheb Jsroel (Freund der Juden) bin, deß geben mir alle Juden Zeugniß, die mich kennen. Die Methode deren ich mich in den Unterredungen mit ihnen bediene, habe ich aus der Apostelgeschichte gelernt und sie besteht in folgenden 4 Punkten: , 1) Daß ich bei dem Hauptpunkte bleibe, daß Jesus der Gekreuzigte der Messias ist, der uns durch seinen Tod versöhnt hat, und durch welchen allein wir Gnade und Vergebung der Sünden erlangen. Das ist das Evangelium, welches die Apostel den Juden verkündigt haben, wie man aus der Apostelgeschichte sehen kann. Von diesem Punkte lasse ich mich gar nicht abbringen; und wenn sie mich in eine andere Materie hineinziehn » wollen, z. Bvon der Trinität, so zeige ich ihnen, daß. man davon mit einander nicht reden kann, bis man erst an Jesum den Messias glaubt. Ein Jude sagte einmal zu mir: mit Euch kann man nichts anfangen. Ihr habt nur einen Punkt und dabei bleibt Ihr. Ein Anderer sagte: ich verstehe Euch gut, was Ihr wollt; wir sollen erst vom Aleph Beth oder A. B. E. anfangen, ehe wir in die Kabbalah (jüdische Geheimlehre) oder Gottheit eingehn. Nun kommt es hauptsächlich auf den Beweis dieser Wahrheit an, daß Jesus der Gekreuzigte der Messias ist. Die Gelehrten unter den Christen Pflegen ihnen die Weissagungen aus dem Alten Testamente anzuführen und wollen die Juden dadurch überzeugen, daß Jesus der Messias ist.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.