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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 5-6 (1871) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
5-6 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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85 Gemeinde in Herrnhut, in welcher er den Zustand der Juden seiner Tage beschrieb (stehe später), von seinem Umgänge mit ihnen Nachricht gab und die Gemeinde zum Gebet und zur Für« bitte ermunterte. Das Werk ruht seitdem unter den Herrnhutern; aber vergessen darf es auch dort nicht werden. Möge zuerst nur der Geist des Gebets erwachen, welcher daran gedenkt, daß Christo noch so Viele unter denen fehlen, die sein Herz doch Alle zu gewinnen begehrt und die er durch den Mund derer, welche ihn erkennen und verstehn, laden will. Wie Vieles fing in der Zeit, von welcher das Vorhergehende berichtet hat, zu keimen an! Und muß man nicht sagen, daß, wären denen nur die Hände treuer und anhaltender entgegengestreckt worden, welche in ihren Herzen das Licht anbrechen sahn und welche hernach in ihrer Verlassenheit der Verführung erlegen find, dann auch von dem Segen der Herrschaft und des Sieges Christi viel mehr zurückgeblieben wäre? Jeder verlorene Punkt ist aber für die andere Partei eine gewonnene Festung und vermehrt die Macht derselben; und der Kampf bleibt doch nicht erspart, sondern wird nur schwieriger. Gerade diese Erwägung sollte auch in Christenkreisen es neu überlegen lehren, wie die Sache zwischen uns und den Juden steht. Wir erfahren es je mehr und mehr, daß uns das Judenthum selbst zu einer Gefahr wird; je später wir dieselbe zu überwinden suchen, desto bedrohlicheren Charakter nimmt fie an. Gegenwärtig darf Niemand mehr vor den Juden vorübergehn zu können meinen; sondern nachdem fie in unser ganzes Gemeinschaftsleben eingetreten find, haben fie es auch vor Anderen unternommen, die Frage in demselben zum Austrage zu bringen, „ob die Rationen und ihr ganzes nationales Leben das Fundament, welches Jesus Christus ist, behalten oder zerstören sollen?" Wem diese Frage etwas zu bedeuten hat, der wird fich von selbst die Antwort sagen müssen: für die, welche Christum kennen, gilt eS alle Macht zu sammeln und zu verbinden, damit auch Israel in den Dienst des Reiches Christi eintrete.

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