Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 5-6 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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82 Trank erfleht, jetzt überreichte ihm Schultz schriftlich ein dem ersten ähnliches, das so lautete: „Gelobet seiest du Gott, du Herr Himmels und der Erde, der du mich erschaffen hast nach deinem Bilde. Da ich aber in Adam durch den Sündensall dasselbe kostbare Bild verloren habe, und noch täglich dazu sündige, so sollte ich ewig verloren werden. Aber du hast dich in Gnaden erbarmet und den anderen- Adam, den Menschen, in Gnaden zu send.cn durch Mosen und die Propheten verheißen, und hast ihn in der Fülle der Zeit gesandt. Ich aber habe ihn noch nicht erkannt. So bitte ich dich, Herr, um Gnade und um den Geist der Gnaden und des Gebets, daß ich möge um die Vergebung meiner Sünde recht beten lernen, und daß ich den Mann erkennen lerne, durch welchen die Welt versöhnt ist, damit ich auch zu der Gerechtigkeit, die vor dir gilt, kommen möge. Und weil ich höre, daß Jesus von Nazareth derselbe Mann ist, so bitte ich in seinem Namen und auf sein Verdienst, du wollest mir Gnade zur rechten Buße schenken, Amen." „Dies Gebet", fügt Schultz hinzu, „versprach er (und er that es. eben vor den Ohren der anderen Juden) nicht. nur sorgfältig zu verwahren, sondern auch fleißig zu beten." Nun aber vergleiche man jene obigen Angaben von Kirchhof und diese Erzählung von Schultz; beide sind völlig von einander unabhängig, ja Kirchhof der Spätere nennt nicht einmal den Namen des Missionars. 1747 übergibt Schultz das erwähnte Gebet jenem Rabbi, 1758 nennt, der an die Brüdergemeinde durch die Vermittelung von Kirchhof ergangene Bericht ein auffallend ähnliches. Schultz, der doch Polen durchreist hat und selbst kleine Dörfer, in denen sich Juden aufhielten, besuchte, erwähnt zwar, die Nachwirkungen von Sabbathai Zewi in Polen gefunden zu haben, ist aber nirgends auf etwas Derartiges gestoßen, wie es eben dieses Gebet ist, und doch nennt der herryhutische Bericht ein solches 11 Jahre später ein viel verbreitetes. Der Schluß, daß hier die direkten Spuren der Missionsthätigkejt von St. Schultz vorliegen und dieselbe einen