Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 27 (1871)
- Issue
- 5-6 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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79 gefertigt und eingesegnet. Er konnte aber sein Werk nicht lange treiben, denn er wurde bald durch den Tod abgerufen. Doch wurde dem ihm folgenden Diakon der Gemeinde von Zeit zu Zeit der besondere Auftrag gegeben, sich nach Umständen der Juden anzunehmen. Einen solchen Auftrag hatte auch von 1773 bis 1777 Christian Salomo Dober, Brudersohn des Leonhard Dober. Fast 40 Jahre dauerte diese Arbeit, aber auch fast ohne sichtbare Frucht. Da liefen in der Brüdergemeinde Nachrichten über große religiöse Bewegungen unter den Juden in Polen ein, welche es zur Folge hatten, daß man den Bruder David Kirchhof, der selbst ein Proselyt war, im Jahre 1758 dorthin absandte, damit derselbe eine persönliche Anschauung von den wirklich vorhandenen Verhältnissen gewänne, und je nach dem Befunde der Sache weitere Schritte eingeleitet würden. Der Bericht über diese Bewegungen aber lautet so: „Viele unter den polnischen Juden waren auf den Gedanken gekommen, ob nicht Jesus der Messias sei, weil sie bei aufmerksamer Betrachtung der Weissagungen in den Propheten, besonders des Daniel, zugestehn müssen, daß die Zeit, da der Messias erscheinen solle, längst verflossen ist. An einigen Orten bedienen sie sich, wiewohl ganz im Geheimen, eines von ihren eigenen Rabbinen aufgesetzten Sterbegebetes, worin sie Gott bftten, daß wenn es mit der Behauptung der Christen, daß der Messias schon gekommen sei, seine Richtigkeit habe, er ihnen ihren Jrrthum vergeben wolle. Zu Anfang der letzten Hälfte dieses Jahrhunderts (also nach 1750) erhielt man Nachricht, ^daß eine große Anzahl Juden, die sich nach Einigen auf 15000 Personen belaufen sollte, worunter gegen 50 Rabbinen, sich öffentlich erklärt haben sollten, sie wären überzeugt, daß der Messias schon gekommen und Jesus von Nazareth der verheißene Messias sei. Diese gläubigen Juden, welche in Polen, Ungarn, der Moldau, Wallachei und andern Ländern zerstreut wohnten, waren entschlossen sich öffentlich zum Christenthum zu wenden und in