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Dibre Emeth · 1871-01-01 · 5-6 (1871) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
27 (1871)
Issue
5-6 (1871)
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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_77_ dem ich durch die Rückkehr meines Freundes herausgerissen wurde. Er setzte sich in meiner Nähe nieder und sagte: „Hier liegen Hunderte meiner Vorfahren, und bisweilen zweifle ich, ob ich bei ihnen liegen werde; denn wenn ich meinen Glauben an Christum bekennen würde, so würden meine Brüder mich aus der Synagoge weisen und mir daS Glück verweigern, im Grabe meiner Väter zu ruhn. Diese Stunde ist zu feierlich — fuhr er mit trauriger Stimme fort — als daß ich mich enthalten könnte, Ihnen etwas zu erzählen, das mit der Geschichte meiner Familie in Verbindung steht." Er ergriff meine Hand und sagte: „Versprechen Sie mir, mich unseren Brüdern nicht zu verrathen." Ich erwiederte: „Was Sie mir zu sagen im Begriff stehen, soll nicht gemißbraucht werden, Sie können sich darauf verlassen." Er fing an: „Ich bin überzeugt, daß der Geist meines Großvaters über mich gekommen ist. Er starb als ein Christ, als ein getaufter Christ. Als er ein junger Mann war, war er von feurigem und thätigem Geist und so fromm als gelehrt und belesen in unserer Literatur. In der ganzen Gemeinde blickte man auf ihn als auf einen zweiten Rabban Hillel; denn obwohl er von hitziger Art war, so war er doch zugleich mild als ein Lamm. Da kam in diesen Tagen ein berühmter Prediger aus Zeist, der predigte in einer Kirche, um unsere Brüder zum Chriftenthum zu bekehren, wie auch Sie thun. Der Prediger wurde von vielen Leuten als ein bekehrter Jsraelite angesehn und daher Rabbi Samuel genannt. Er übte eine magische Kraft auf Alle aus, die ihm zuhörten, und Hunderte von Juden versammelten sich, um ihn zu hören, und unter ihnen mein Großvater, der aus dem größten Feinde des Christenthnms, zur höchsten Bestürzung der ganzen israelitischen Gemeinde, sein größter Vertheidiger wurde. Seine Frau sammt meinem Vater, der damals ein zarreö Ki>O> war, wurden von ihm getrennt und hatten mit den größten Beschwerden zu kämpfen. Die Juden verfolgten ihn auf die listigste Weise so sehr, daß er genöthigt war, Amsterdam zu verlassen, und wir hörten nie, was aus ihm geworden war. Mein armer Groß-

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